An Jörg Fuhrmanns Arbeitsweise hat mich vor allem die Komponente der menschlichen Seite berührt und zum Staunen gebracht hat mich sein immens großes Fachwissen aus unterschiedlichen Bereichen der Therapie. Manchmal habe ich gedacht, der Mann hat schon mehrere Leben gelebt und das kann beinahe nicht sein, dass man als vierzigjähriger Mensch so ein Wissen zusammen getragen hat. Das hat mich schon Staunen gelernt.

Gertraude Weihing

Körpertherapeutin/ Mediatorin


Psyche, Geist & Körper sind eins

Körpertherapie für den ganzen Menschen


In Folge der unsäglichen, aufklärerischen Trennung oder dualistische Aufspaltung von Körper und Geist (bzw. auch von Spiritualität und Wissenschaft) wurde in der modernen Medizin lange der Geist in ähnlichem Maße vergessen wie in psychologischer Psychotherapie und Psychiatrie der Körper. In der naturärztlichen und naturheilpraktischen Medizin sowie natürlich im Ayurveda, in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde (TEN) oder den schamanischen Heilweisen der Urvölker, existiert freilich ein holistisches Menschenbild, welches Geist und Körper in einem Wechselspiel betrachtet, welches eben harmonisch oder disharmonisch sein kann. Doch auch durch die unterstützenden Forschungsergebnisse der modernen Neurowissenschaften (u.a. Gerald Hüther, Joachim Bauer o. Gerhard Roth) ist das cartesianische Modell der Trennung nicht mehr haltbar.

Die Dysbalance führt dann irgendwann zu “Phänomenen” (wie bspw. “Burnout“, “Trauma-Stress”, “Ängste” oder “Phobien” etc.) die wir als störend erleben und gerne wieder weghaben wollen. In dessen Folge wird dann zumeist ein entsprechender Fachmann konsultiert, der idealerweise zumindest eine Grundidee vom systemischen Zusammenspiel von Körper, Seele, Energiesystem und Geist besitzt. Um diesem Umstand gerecht zu werden hat das freiraum-Institut nicht nur viele Jahre mit ganzheitlichen Ärzten und Naturheilpraktikern zusammen gearbeitet hat, sondern selbst auch verschiedene Ansätze der Körpertherapie integriert, die wir in mehrere Ebenen gliedern und die sich integrativ-fließend mit anderen therapeutisch-medizinischen Ansätzen verbinden lassen. Die Körperarbeit geschieht bei uns auf einem Hintergrund der Gestalt-Körpertherapeutischen Grundlagenausbildung mit einem großen Vertrauen – im Sinne Wilhelm Reichs – in die sogenannte “organismische Selbstregulierung” eines jeden einzelnen Menschens, der zum Schweizer freiraum-Institut in die Ausbildungen, Seminare, Workshops und zur therapeutischen 1:1-Intensivarbeit an den Bodensee kommt.

1.) Psychosomatische Gestalt-Körpertherapie

Im Deutschen haben wir den altehrwürdigen – aber nur noch selten benutzten – Begriff des “Leibs”. Am ehesten findet man diesen vermutlich noch in der Leibarbeit und Leibtherapie des initiatischen therapeutischen Modells Karlfried Graf Dürckheims und Maria Hippius Gräfin Dürckheims sowie in Ron Kurtz´ “HAKOMI“. Der “Leib” bezieht sich eben nicht nur auf den physisch erfassbaren Körper, sondern eben auf den ganzen Menschen – oder um es mit Gestaltterminologie zu sagen: die gesamte “Gestalt“. “Leib” bezeichnet die Einheit von Körper, Seele und Geist. Er ist sowohl leibgewordene – wie Reich sagte “eingepanzerte” – Lebensbiographie, als auch der Ort, in welchem die Seele daheim ist. In der neueren Zeit ist v.a. das MBSR (“Mindfulness Based Stress Reduktion”) nach Prof. John Kabat-Zinn bekannt geworden – wesentliche darin enthaltene Aspekte finden wird auch in der Achtsamkeitsbasiertheit sowie des “Awareness-Prinzips” in der Gestalttherapie seit den 1950er Jahren. Die neuere Gestalt-Körpertherapie arbeitet sowohl mit Elementen aus der klassischen Körpertherapie, dem Psychodrama, als auch der Aufstellungsarbeit und Skulpturarbeit. Verkörperung und Embodiment spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der Gestalttherapeut/ Gestalttrainer Dr. James I. Kepner schreibt dazu in “Körperprozesse” trefflich:

“Das Selbst – das Ich – ist sowohl eine verkörperte als auch denkende Größe. Wir existieren, lieben, arbeiten und befriedigen unsere sich ständig wandelnden Bedürfnisse durch unser körperliches Sein und unsere Interaktionen in der Welt. Das Erleben unseres Körpers ist Erleben unseres Selbst, genau so, wie unser Denken, unsere Fantasie und unsere Vorstellung Bestandteile unseres Selbst sind.” 

Klienten machen so ganzheitliche Spür-Erfahrungen, die deutlich über sprachbasierte Ansätze (wie Psychoanalyse, Verhaltenstherapie oder auch Hypnotherapie) hinausreichen und mitunter bei Problemthemen weiterhelfen, wo bis dato nichts zu helfen schien. Dies trifft in besonderem Maße auf traumatische Erfahrungen und Themen zu und gilt für Schocktrauma, wie für Bindungstraumata gleichermaßen. Oftmals handelt es sich dabei um ganz basale Erfahrungen, die mitunter seit der frühen Kindheit – bewusst oder unbewusst – gesucht, aber nicht gefunden worden sind. Über Sprache sind diese Erfahrungen nicht in gleicher Qualität vermittelbar.

2.) Neurosprache & Körperbasierte Teilearbeit

Es ist allgemeiner Konsens, dass wir weit davon weg sind auch nur annähernd unser volles, körperliches Potenzial zu nutzen. Dies trifft bekanntermaßen auch auf unser Gehirn zu, welches v.a. auch eine Art Empfänger- und Senderfunktion zu besitzen scheint. Grundsätzlich besteht in jedem Menschen und jedem menschlichen Gehirn das Potenzial für herausragende und geniale Leistungen, welches auch aktiviert und genutzt werden kann. Dabei spielt die integrative Hypnose sowie das körperorientierte Inner-Team-Focusing® mit der neuroaffektiven Sprache und Inneren Teile-Arbeit einen wesentliche Rolle. Mit der Unterstützung innerer Bilder können dabei:

  • “eingefrorene” Hirnzellen in der motorischen Hirnrinde werden quasi “aufgetaut”
  • Körperwahrnehmung, Intuition und Kongruenz von Bauch-Kopf-IQ sich deutlich verbessern
  • allgemeines Körperbild und mentale Leistungsfähigkeit sich deutlich steigern
  • Stress und energieverschwendende Verhaltensmuster sich reduzieren
  • veränderte Bewusstseinszustände erfahren werden

Die Art der körperlichen Intervention ist dabei – verglichen mit klassischer Bioenergetik oder dem holotropen Atmen – relativ gering und bezieht sich hauptsächlich auf bestimmte Theta-Delta-Wellen-aktivierende, sogenannte “hypnoide Punkte”. 

3.) Psychosensorisch-Bifokale Therapie & Trauma-Stress-Befreiung 

Bekannt aus dem Bereich der Traumatherapie sowie besonders von der schnellen Angst- und Phobie-Auflösung sind die sogenannten Psychosensorischen und bifokalen Techniken zu denen unterschiedliche Methoden gehören, die allesamt den Körper mit in die therapeutische Arbeit an der Psyche einbeziehen. Die bifokalen und psychosensorischen Therapietechniken können auch in den Bereich der Körpertherapie gezählt werden und lassen sich optimal ganzheitlich in die hypnotherapeutische Arbeit integrieren.

Diese sind bspw.:

  • Braintuner-Trance-Induktion & binaurale Vertiefung
  • iEMDR – Eye Movement Desensitization & Reprocessing (Grell)
  • Neuro-Mesmerismus (Fuhrmann)
  • The Identity Method (IM)™ (Gallo)
  • Meridian-Klopfakupressur (Craig)
  • Havening®-Techniques (Ruden)

Im Weiteren gibt es neue Ansätze, die über Berührung traumatische Abspeicherungen sowie neuronale und chemische Abläufe quasi “Depotenzieren” und das Gehirn anregen Weise neue Verschaltungen zu bilden und neuronale Bahnen zu legen, sowie andere chemische Substanzen auszuschütten.

4.) Tension & Trauma Releasing Exercises (TRE®)

Im Weiteren erkannte bereits Pierre Janet und in neuerer Zeit v.a. Peter Levine (Somatic Experiencing®) sowie David Berceli (TRE®), wie Traumatisierungen sich im Körper abbilden (bspw. als zwanghafte Wiederholungen, stereotype Bewegungen, Muskelzuckungen oder Kontraktionen) und dass es sich dabei häufig um unvollendete Bewegungen/ offene Gestalten handelt. Dies ist ebenfalls mittels einfacher TRE®-Übungen möglich, welche die Muskulatur einladen sich durch autonom-unbewusstes Zittern oder Vibrieren zu entladen. Diese muskuläre, körperliche Entladung ist im Selbstheilungsprozess – auf körperlicher wie auf psychischer Ebene – von elementarer Bedeutung und geschieht bspw. beim Holotropen Atmen auch manchmal von allein. Die Herangehensweise lässt sich sehr gut mit einer generellen Körpertherapie oder körpertherapeutischen Arbeit und Philosophie kombinieren.

 5.) Holotropes Atmen, verbundenes Atmen & Körperarbeit

Viele Konzepte und Methoden dienen der Aktivierung des menschlichen Potenzials sowie der Entfaltung der Persönlichkeit. Fast alle umfassender ausgebildeten Verfahren beziehen in irgend einer Weise die Atmung mit ein. Dabei wird häufig ein Atemrhythmus genutzt, der nicht dem alltäglichen (Bewusstsein) entspringt. Die Methode welche ich persönlich mit am effektivsten und intensivsten erlebt habe ist das sogenannte Holotrope Atmen (oder auch “Holotropic Breathwork™” genannt) nach Prof. Stanislav Grof. Ich würde sagen, dass es sich hierbei um den eindrücklichsten und einfachsten Weg zum substanzfreien Erleben “psychedelischer Erfahrungen” handelt. In diesem Sinne ist es möglich unterschiedliche Erfahrungskategorien von biographischen über perinatale bis hin zu transpersonalen Qualitäten in einem sicheren Setting zu durchleben.

Dabei kann es, im Einklang mit dem Prozess des Atmenden, zu tiefergehenden körperorientierten Interventionen kommen, die dazu dienen energetische, körperliche oder auch psychische Verpanzerungen und Verhärtungen zu lösen, so dass der Lebensfluss anschließend wieder frei zirkulieren kann. Diese Art der körpertherapeutischen Arbeit kommt von unseren Ansätzen her der klassischen Bioenergetik oder reichianischen Körpertherapie vermutlich am nächsten – arbeitet jedoch im Fokus aus einer prozessorientierten Haltung des “Folgens”. Die holotrope Atemarbeit ist bei uns im Einzelsetting als “Intensivtag” oder natürlich auch im klassischen Workshop möglich.

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