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Jeder war einmal selbst „Gott“ und kann es wieder werden, wenn bzw. so weit er sich wieder in den Urzustand zurückversetzen kann.
„Geht die Regression weiter, über die Kindheitsphase hinaus, d.h. in die vorbewußte (pränatale) Phase, so treten archetypische Bilder auf, welche sich nicht mehr mit Individualerinnerungen verbinden, sondern zu jenem Schatz ererbter Vorstellungsmöglichkeiten gehören, welche mit jedem Menschen wiedergeboren werden. Hier entstehen nur Bilder von göttlichen Wesen, die teils menschlicher, teils göttlicher Natur sind.“
(Dr. Carl Gustav Jung)
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Ist man zu Ranks Zeit und danach noch davon überzeugt gewesen, dass der Fötus während der Schwangerschaft von der Außenwelt nicht beeinflusst wird, kein Gedächtnis besitzt sowie dass sich Wahrnehmung und Bewusstsein erst nach der Geburt entwickeln, so legen heute zahlreiche empirische Befunde nahe, dass bereits im Mutterbauch pränatales Erleben, Verhalten und Lernen stattfindet – ergo: dass pränatale Gedächtnisinhalte vorhanden sind. In einem englischen Fachjournal wurde kürzlich sogar festgestellt, dass ein Säugling „tatsächlich“ Schmerz wahrnehmen können „und“ Emotionen habe. Der amerikanische Trauma-Experte Dr. med. Robert Scaer erörtert dazu (in „The Trauma Spectrum“): „Nach meiner Auffassung können Traumata entstehen, sobald die prozeduarle Erinnerungen verarbeitenden Gehirnbereiche beim Fötus funktionsfähig sind, und bis zum Tode des betreffenden Menschen – es sei denn, man hält frühere Leben für eine Realität. Ein Trauma kann so dramatisch wie Folter oder so subtil wie die Schattierungen der Mutter-Kind-Bindung sein (…) Diese Beispiele spiegeln so gut wie sicher, dass durch ein frühes Trauma ein bestimmtes Gen aktiviert wurde (…) Traumata spielen als Verursacher oder Auslöser bei den meisten, wenn nicht sogar bei allen psychischen Störungen eine Rolle.“
„Diese Einbeziehung der Geburtserfahrung stand und steht jedoch trotz allen psychohistorischen Fortschritts in eklatantem Widerspruch zum immer noch patriarchalen Zeitgeist und dem dadurch geprägten Common Sense, für den die Wirklichkeit vor-/ geburtlicher Erfahrung aus der allgemeinen Betrachtung ausgeschlossen ist.“
(Dr. Ludwig Janus)
David J. P. Barkers „fetal programming-Hypothese“ stellte aufgrund zahlreicher Studien die These auf, dass spätere Störungen (wie bspw. Depressionen, Ängste, chronische Anspannung sowie Lernschwäche und Autismus) durch stressreiche Bedingungen in der Schwangerschaft, womöglich unter Auslösung epigenetischer Veränderungen des genetischen Materials, begünstigt werden, was wiederum durch neuerliche epigenetische Forschungen bestätigt wird. Somit scheint die epigenetische Forschung zunehmend die Annahme der frühen Pränatalpsychologie zu untermauern, dass die Strukturierung des Unbewussten bereits in der vorgeburtlichen Zeit beginnt und dass der Fötus bereits dort lebensrelevante Erfahrungen sammelt – somit wäre Ranks Geburtstrauma-Theorie etwa hundert Jahre ihrer Zeit voraus gewesen. Rank folgten jedoch bereits lange zuvor zahlreiche namhafte Theoretiker und Forscher. Dazu gehören bspw. auch Nandor Fodor, Francis John Mott, Donald W. Winnicott, Gustav Hans Graber und Ludwig Janus.Merken
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Wer sich umfassend weiterentwickeln will, muß die Faktoren identifizieren und integrieren, die den negativen Konstrukten in seinem Unbewußten zugrunde liegen.
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Dann hat man das Gefühl, als würde sie sich von der Welt abschneiden. Sie vergisst alles, was um sie herum geschieht; sie vergisst all ihre Pläne, alles, was sie in Büchern gelesen hat und sie benimmt sich auf eine Art und Weise, die von einer zivilisierten Frau normalerweise überhaupt nicht akzeptiert werden würde. Und Frauen finden dann plötzlich ganz bizarre Positionen, die sie sich selber ausdenken in diesem Moment, unerwartete Positionen, manchmal sind die primitiv – sie sind wie auf einem anderen Planeten.
„Leuner beschreibt Erlebnisgrundmuster, die denen Grofs vergleichbar sind, als transphänomenale dynamische Steuerungssysteme (tdyst) und konnte, ähnlich wie Grof, die psychodynamischen Grundkonstellationen, wie die Psychoanalyse sie beschrieben hat, in den LSD-Erlebnissen nachweisen.“
(Dr. Ludwig Janus)
Grof entdeckte, sowohl durch seine Selbsterfahrung als auch durch die Erlebnisse seiner Patienten sowie durch den jahrelangen Austausch mit dem Mythologen Joseph Campbell, dass die wieder bewusst werdende, perinatale Struktur- & Erfahrungsebene eine Verbindung zwischen eigener biographischer Erfahrungen und den transpersonalen Erfahrungswelten repräsentiert. Dazu zählen außerkörperliche Erfahrungen, Nahtoderfahrungen, telepathische Erkenntnisprozesse, Synchronizitäten, Zeitsprünge mit detaillierten historischen Beschreibungen, Erinnerungen an andere Leben, ekstatische Trance-Erfahrungen, kosmische und mystische Einheitserfahrungen, Gipfelerlebnisse, energetische Aktivierungen, schamanische Initiationsprozesse, Identifikation mit anderen Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine etc.), Kontakt mit Verstorbenen oder mit geistigen Führern und Kraftwesen.
„Die Strukturen des Perinatalen scheinen die Grundstruktur des menschlichen Unbewussten auszumachen. In ihnen wird der Stoff gewebt, aus dem wir gemacht sind. Die spezifische Ordnung der perinatalen Struktur scheint musterbildend zu sein für die menschliche Entwicklung und für die Transformation des Bewusstseins in einem generellen Sinne (…). Jede therapeutische Selbsterforschung wird letztlich an die Schwelle zu perinatalem Erleben stoßen, wenn sie radikal genug ist.“
(Dr. Ingo Benjamin Jahrsetz)
Während Dr. Wilhelm Reich, der ebenfalls mit Freud gebrochen hatte, noch von einer unterdrückten Libido- oder universalen Lebens-Energie („Orgon“) als hauptsächliche Ursache vieler psychosomatischen Störungen ausging, wurde durch die neuere Forschung deutlich, dass ein Großteil dieser „Energie“ perinataler sowie transpersonaler Natur ist und dass unintegrierte, traumatische Erfahrungen auf diesen Ebenen eine wesentliche Rolle spielen. Sie bilden sich – wenn sie unverarbeitet bleiben – quasi als Engramme im prozeduralen Körperbewusstsein (oder „Traumabewusstsein“) ab, woraus wiederum sehr unbewusste und hartnäckige, meist lebenslange, psychische Überzeugungen und körperlich-seelische Verpanzerungen resultieren. Bereits 1975 interpretierte Grof die (geburtstaumatischen) Erfahrungen seiner Patienten in der „Topographie des Unbewussten“ als sogenannte „Perinatale Matrix/ Perinatale Matrizen“ (lat.: „Gebärmutter“; Logik: „Anordnung“), auf die ich im Folgenden genauer eingehen möchte, da sie als verinnerlichte Steuerungssysteme und energetischer Muster/ Prägungen nicht nur in der LSD-Therapie, sondern v.a. auch im holotropen Atmen, im Traum, bei Übergängen, alltäglichen Charakterstrukturen und psychischen Entwicklungsprozessen zur Transformation der eigenen Persönlichkeit – ganz allgemein – eine hohe Bedeutsamkeit besitzen. Ich beziehe mich dabei v.a. auf die Schriften von Grof, Jahrsetz und Walch (Quellen unten auf der Seite >>). Grof geht davon aus, dass Psyche und Leib lebenslang von den entstandenen Engrammen, der jeweilig aktiven perinatalen Matrizen, bestimmt werden, bis diese abermals in veränderten Bewusstseinszuständen bearbeitet, bzw. „vollendet“ werden können.Merken
Dr. Sylvester Walch regt in „Dimension der menschlichen Seele“ die umfangreichere Implementierung der zahlreichen Reifungs- und Wachstumskrisen im vorgeburtlichen Bereich (der ersten perinatalen Matrix) an: „Allerdings muss man bei genauerem Hinsehen feststellen, dass Grof die pränatale Zeit, also vor dem Einsetzen des Geburtsvorganges, nur beiläufig, in der ersten perinatalen Matrix behandelt. Dies ist recht erstaunlich, weil wir wissen, dass die Entwicklung und Konzeption bis zum geburtsreifen Fötus unzählige Stadien und Wachstumskrisen durchlaufen hat.“
Kam es während der Zeit dieser intrauterinen Existenz zu Störungen im (seelischen) Leben der Mutter (wie bspw. ungewollte Empfängnis durch Vergewaltigung/ One-Night-Stand, Abtreibungsversuche, medizinische Eingriffe, Narkotika/ Medikamente/ Drogenmissbrauch, Gewalt/ Trauma/ Konflikte oder großem psychischem/ somatischem Stress oder auch ein Zwillingsverlust/ Vanishing Twin Syndrom) können in dieser Phase (und während deren Re-Erleben) auch destruktive und ängstigende Bilder auftreten, die bereits zum Thema Geburtstrauma gehören. Oftmals nehmen diese zum Ende der Schwangerschaft oder zum Ende des psychischen Prozesses zu. Dazu können bspw. folgende gehören:
Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der ersten perinatalen Matrix:
Archetypische Bilder der ersten perinatalen Matrix können bspw. sein:
Menschliche Charakteristiken der Matrix-I-Lebens-Fixierung
Mit der zweiten perinatalen Matrix wird der Geburtsprozess eingeleitet, was auch für die zuvor gut Aufgehobenen potenzielle Geburtstrauma-Strukturen initiieren kann. Das Verbundensein mit der Mutter wird durch erste chemische Prozesse und bald darauf durch das Einsetzen der Wehen gestört, während der Gebärmutterhals („Cervix uteri“) noch geschlossen ist. Durch die entstehende Außenkompression und durch das Eingeschlossensein ohne Ausweg können beim Kind überwältigende Gefühle von Ausweglosigkeit, Lebensbedrohung und Todesfurcht entstehen. Dr. Peter A. Levine beschrieb 2015 bspw. einen Fall, in welchem sich während des Geburtsprozesses, durch das Fortwärtskämpfen des Säuglings, die Nabelschnur immer enger um dessen Hals zog. Levine bezeichnet die Situation als „auswegslose Tortur“, die entsetzliche Urängste vor dem Erstickungstod („Ur-Erstickungspanik“) auslöste (in „Trauma und Gedächtnis“). Da die Ursache nicht konkret/ kognitiv erfasst werden kann, sondern ein elementares Ausgeliefertsein die Situation prägt, können paranoide und klaustrophobische Zustände die Folge dessen sein. Im späteren Leben, in Albträumen und beim therapeutischen Durcharbeiten können belastende Geburtstrauma-Emotionen (mit allumfassendem und scheinbar ewiglichem Charakter der Fokussierung auf den „Aspekt des Todes“) auftauchen, die das spätere Leben entscheidend lenken und prägen. Dazu können bspw. gehören:
Häufig zum Geburtrauma der zweiten Matrix auftauchende Bildmotive können sein:
Archetypische Bilder zum Geburtstrauma der zweiten perinatalen Matrix können bspw. sein:
Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der zweiten persinatalen Matrix:
Menschliche Charakteristiken der Matrix-II-Lebens-Fixierung
Zu konkreten Terminen ab 2017 kontaktieren Sie uns bitte einfach über unser Kontaktformular oder telefonisch: 0041+ (0)52/ 5335285
Häufig dazu auftauchende Bildmotive und Geburtstrauma-Erlebnisqualitäten zur dritten perinatalen Matrix können sein:
Archetypische Bilder zum Geburtstrauma der dritten perinatalen Matrix können bspw. sein:
Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der dritten perinatalen Matrix:
Menschliche Charakteristiken der Matrix-III-Lebens-Fixierung
Häufig dazu auftauchende Bildmotive und Erlebnisqualitäten der vierten perinatalen Matrix können sein:
Archetypische Bilder der vierten perinatalen Matrix können bspw. sein:
Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der vierten perinatalen Matrix:
Menschliche Charakteristiken der Matrix-IV-Lebens-Fixierung
© freiraum-Institut (FRI) (Artikel von Jörg Fuhrmann)
– Teilen ausdrücklich erwünscht
Leiter freiraum-Institut/ Supervisor (ESTP)/ Transpersonaler Therapeut (EUROTAS)
Cert. Holotropic-Breathwork®-Facilitator (Grof)/ Zert. Transpersonaler Therapeut & Supervisor
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