NARM™ ist ein Ansatz, der aus dem Somatic-Experiencing® (Dr. Peter Levine) hervor gegangen ist. Es thematisiert Beziehungs- und Bindungskonflikte und arbeitet mit unbewussten Mustern von Verbindungsabbruch, die unsere Identität, Emotionen, Physiologie, Verhalten und Beziehungen grundlegend und strukturell beeinflussen.
Michael Mokrus schreibt über NARM™: „NARM™ integriert sowohl einen psychodynamischen und als auch körperzentrierten Ansatz und ist ein umfassendes theoretisches und praktisches Modell, welches in klinischen Settings, wie in privaten Praxen gleichermaßen zur Anwendung kommt. NARM™ basiert auf psychodynamischen Modellen wie der Bindungs- und Objektbeziehungstheorie, somatischen Modellen und Charakterstrukturansätzen, um das wechselseitige Zusammenwirken von psychologischen Themen und dem Körper zu untersuchen. NARM™ beschreibt einen neuen Ansatz beziehungsorientierter Arbeit im gegenwärtigen Moment im Kontext interpersoneller Neurobiologie. Es handelt sich dabei um ein ressourcenorientiertes, nicht-regressives, nicht-kathartisches und letztlich nicht-pathologisierendes Modell. Basierend auf Achtsamkeit, Reflektion und Akzeptanz unterstützt NARM eine nicht-westliche Ausrichtung im Hinblick auf die Natur der Persönlichkeit.“
1.) Kontakt-Überlebensstrategie (Kontaktverlust zum physischen & emotionalen Ich/ Kontaktprobleme zu anderen/ Nähe = Gefahr: einstige Aufgabe der eigenen Existenz & Sich-Unsichtbar-Machen)
2.) Einstimmungs-Überlebensstrategie (Gefühl, dass eigene Bedürfnisse es nicht verdienen erfüllt zu werden/ „andere müssen machen“: einstige Aufgabe eigener Bedürfnisse für die der wichtigen Anderen)
3.) Vertrauen-Überlebensstrategie (Macht/ Dominanz/ Kontrollsucht/ Gefühl sich nicht auf andere verlassen zu können: einstiege Aufgabe der eigenen Authentizität um so zu werden, wie die wichtigen Anderen ihn/ sie haben wollten)
4.) Autonomie-Überlebensstrategie (Ambivalenz/ Grenzsetzung problematisch/ permanent unter Druck/ verbindliche Beziehung = Falle: einstige Aufgabe eigener Unabhängigkeit um nicht verlassen oder erdrückt zu werden)
5.) Liebe-Sexualität-Überlebensstrategie (Zurückweisend/ Selbstwert basiert auf Optik & Leistung/ Herz & Sexualität schwierig: einstiger Versuch durch Perfektion Ablehnung zu vermeiden und für Performance und Aussehen doch etwas Liebe zu erhalten)
In den NARM™-Sessions werden die Menschen eingeladen aus dem – nicht-regressiven – Erwachsenenbewusstsein heraus im Hier & Jetzt im Kontakt mit dem zu sein, vor dem sie normalerweise davonlaufen würden (Vgl., „Gestalttherapie„). Dabei ist die vordergründige Frage immer die nach dem eigenen Herzenswunsch und dem, was diesem in den Weg kommt, so dass er sich eben scheinbar nicht verwirklichen kann.
Wir sind nicht mit Schuld und Scham geboren. Scham und Schuld sind tiefsitzende, oftmals unbewusste Empfindungen, die das Lebensgefühl nachhaltig beeinflussen. Durch tiefes Verstehen, Annehmen der eigenen Gefühle und Bedürfnisse sowie Mitgefühl mit sich selbst können fest verwurzelte Scham und Schuld gelockert werden (…) Dann können sich Lebenskraft, Freude, Liebesfähigkeit und Zufriedenheit entfalten!
Prof. Dr. Luise Reddemann (PiTT®) – nach deren Ansatz ich ebenfalls vor 15 Jahren ausgebildet worden bin – sagt u.a. über das NARM™: „Heller und La Pierre gelingt es, Neurobiologie, psychodynamisches Verstehen und die Bindungsforschung in einen tiefgreifenden Zusammenhang zu bringen und nachvollziehbare, praktische Handlungsanweisungen zur Verfügung zu stellen.“
Doch nun zu den vier NARM™-Säulen:
1.) Säule: „Vereinbarung/ Anliegen“ (Was/ Wie/ Wofür)
2.) Säule: „Exploration/ Information/ Arbeitshypothese“ (körperlich/ emotional/ mental)
3.) Säule: „Selbstwirksamkeit Spiegeln & Spüren“ (Eigenverantwortung/ Selbstreflexion)
4.) Säule: „Psycho-Biologische-Veränderungen“ (Körperliche Reaktionen ausdrücken/ Kompetenz erleben)
Im NARM™ interessiert uns v.a. die „Dynamik und die Emotion dahinter“ – das, was dahinter in der Tiefe schlummert und das was ein bestimmtes Verhalten antreibt. Denn das als hinderlich erlebte Verhalten kann sich verändern, wenn der Mensch einen anderen Zugang zu seinen Emotionen erhält.
Die Bewältigungsstrategien, die uns ursprünglich geholfen haben, als Kinder zu überleben, werden im Laufe der Jahre zu starren Überzeugungen darüber, wer wir sind und wie die Welt ist. Unsere Überzeugungen über uns selbst und die Welt, zusammen mit den physiologischen Mustern, die mit diesen Überzeugungen verbunden sind, kristallisieren sich zu einem vertrauten Gefühl heraus, wer wir sind. Das ist es, was wir als unsere Identität betrachten.
Für eine kassenfinanzierte “Traumatherapie” wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder psychologischen Psychotherapeuten. Am freiraum-Institut bieten wir ausschließlich Persönlichkeitsentwicklung zur ganzheitlichen Potenzialentfaltung an.
Leiter freiraum-Institut/ Therapeut/ Supervisor
Körper-Gestalttherapeut (EAP)/ Transpersonaler Therapeut (EUROTAS)/ NARM®-Practitioner
Weiterführende Literatur zum Thema Bindung, NARM™, Familie & Beziehung:
Anderson, Frank, G./ Schwartz, Richard, C. (u.a.), 2018, Therapeutische Arbeit im System der Inneren Familie, Probst
Brisch, Karl, Heinz, 1999, Bindungsstörungen – Von der Bindungstheorie zur Therapie, Klett Cotta
Grüttefien, Sven, 2018, Die narzisstische Mutter – Umgang mit Narzissten, BOD
Heller, Laurence/ Doerne, Angelika, 2020, Befreiung von Schuld und Scham – Alte Überlebensstrategien auflösen und Lebenskraft gewinnen, Das Neuro-Affektive-Beziehungsmodell (NARM), Kösel
Heller, Laurence/ La Pierre, Aline, 2013, Entwicklungstrauma heilen – Alte Überlebensstrategien lösen Selbstregulierung und Beziehungsfähigkeit stärken, Das Neuro-Affektive-Beziehungsmodell (NARM), Kösel
Heller, Laurence/ Pool-Heller, Diane/ Levine, 2001, Peter, A., Crash Course: A Self-Healing Guide to Auto Accident Trauma and Recovery, North Atlantic
Huber, Michaela, 2013, Der Feind im Innern, Junfermann
Klees, Katharina, 2018, Traumasensible Paartherapie, Junfermann
Nazare-Aga, Isabelle, 2017, Dies ist mein Leben – So befreien Sie sich vom Einfluss manipulativer Eltern, Kösel
Pool-Heller, Diane, 2020, Tief verbunden – Wie wir alte Bindungsmuster auflösen und dauerhafte Partnerschaften eingehen, Kösel
Porges, Stephen/ Dana, Deb, 2018, Klinische Anwendungen der Polyvagaltheorie – Ein neues Verständnis des Autonomen Nervensystems und seiner Anwendung in der therapeutischen Praxis, Probst
Van der Kolk, Bessel, 2014, Verkörperter Schrecken – Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper, Probst
© freiraum-Institut (FRI) (Konzept von Jörg Fuhrmann) – Teilen ausdrücklich erwünscht.
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