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De-Hypnose klassischer Hypnose-Mythen.

Grundlagen-Infos aus der täglichen Praxis über Vorurteile und Hypnose-Mythen.

Hypnose hilft auch dann, wenn alles andere versagt.

Dr. med. James Braid

Chirurg/ "Namensgeber" des "Hypnotismus", bzw. der "Hypnose"


Eine kleine „DeHypnose“ zur „Hypnose“

Die Entzauberung der wichtigsten „Hypnose-Mythen“


»Alles ist möglich, dem der „glaubt“.«

(MK 9,23)

Warum steht auf einer Einführungsseite zu den Hypnose-Mythen und Hypnose-Praxis-Informationen ein Zitat aus dem Evangelium nach Markus zum Thema „Glauben“, wird man sich mitunter zu Recht fragen. Dr. Erich Rauch macht den Zusammenhang mehr als trefflich deutlich:

»Wir haben gar keine Ahnung, welch ungeheure Kräfte in jedem Menschen schlummern! Kräfte, die großes bewirken können, wenn man sie nur durch den unbeirrbaren Glauben an sich und seine Möglichkeiten weckt und in die richtigen Bahnen lenkt (…) Daher kann allein schon den innig empfundenen, fest geglaubten Gedanken eine schicksalsbestimmende Rolle zukommen; eine Rolle, die viel wichtiger ist als alles, was wir nur oberbewusst zu wünschen oder zu wollen vermeinen (…) Nicht das geschieht, was wir wollen, sondern nur das was wir glauben.«

Folglich besitzt der Glauben, oder sagen wir besser: zumindest die Bereitschaft an eine neue Erfahrung zu glauben, eine hohe Relevanz in der hypnotischen Arbeit (Vgl., Theodore R. Sarbin: »Hypnose ist geglaubte Vorstellung.«) Daher klären wir mit potenziellen Kunden im Erstgespräch ausführlich die (Eigen-)Motivation und Intention einer gemeinsamen Hypnose-Arbeit. Bei den allgegenwärtigen Hypnose-Mythen, macht es Sinn, sich dem Phänomen „Hypnose“ komplexer zu nähern.

Im Folgenden wollen wir ein wenig „Aufklärungsarbeit“ leisten und ein paar der gängigen Phantasien, Vorstellungen und Ideen über Hypnose-Mythen in Frage stellen, bzw. Denkanstöße geben, welche die allgemein gängige Vorstellung von „Hypnose“ zumindest erweitern können. Schließlich handelt es sich doch bei der medial verbreiteten TV-Hypnose um ein sehr reißerisch-polemisches Hypnosebild mit überaus fragwürdiger Ethik – sofern diese dabei überhaupt vorhanden ist. Die mediale Omnipotenz hat einerseits Vorteile, da sich Menschen mit den Themenkomplexen „Persönlichkeitsentwicklung“ und „Bewusstseinserweiterung“ beschäftigen, die es normalerweise eher nicht täten und andererseits birgt es auch Nachteile und Gefahren, da ein sehr verschobenes Bild von der gesamten Thematik entsteht und die Erschaffung weiterer Hypnose-Mythen begünstigt. In unserer Hypnoseausbildung werden Sie allerdings entsprechend umfassend geschult und Sie werden sich auch persönlich mit Ihren eigenen Motivationen und Macht-Themen auseinander setzen.

Hypnose-Mythen 1: Hypnose muss rein verbal sein & hat nichts mit dem Körper zu tun…

koerpertherapieAus der Showhypnose und von Franz Anton Mesmer und James Esdaile ist weitestgehend bekannt und dokumentiert, dass hypnotische Trancen sehr gut – möglicherweise sogar besser – nonverbal durch Streichungen und Berührungen an bestimmten Trance-Triggerpunkten induziert werden können. Neuere Studien belegen, dass Delta-Wellen bspw. durch diese bestimmten Interventionen, weitaus besser aktiviert werden können, als bspw. durch reine Blickfixationstechniken, Augenbewegungstechniken oder Sprachinduktionen. Daher bieten aufbauend auf unserere integrative Hypnoseausbildung in der Arbeit mit Existentieller Trancetherapie und Polyvagal-Neuro-Mesmerisums den direkten Zugang zu diesem methodischen Wissen an.

Hypnose-Mythen 2: Hypnose? Das ist doch Manipulation!

erziehungshypnoseDas stimmt! Schließlich ist alles Manipulation und wie wir spätestens seit Prof. Gregory Bateson wissen „kann der Mensch nicht nicht-manipulieren“. Paul Watzlawick griff Batesons Konzepte auf und entwickelte sie weiter. Und auch von Eric L. Berne und Erving Goffman wissen wir, dass wir „alle nur Theater spielen“. Da unser gesamtes Erziehungssystem in irgendeiner Weise auf Manipulation beruht – im Extrem sehen wir das bei den sogenannten „Token-Systemen“, ist vor allem die Frage, in welcher Weise und mit welcher Intention die Beeinflussung stattfindet. Die bekannteste Form der Selbsthypnose – also der gezielten positiven Selbstbeeinflussung – ist sicherlich das Autogene Training (AT) nach Johannes H. Schultz. Mittlerweile gibt es unzählige Abwandlungen und Varianten dessen. Aber ganz gleich, womit und wie man eine Einflussnahme erreichen möchte, am allerwichtigsten ist sicherlich das Bewusstsein, mit welchem diese erfolgt. Je bewusster sich ein Mensch in Bezug auf die eigenen Manipulationsstrategien und auch in Hinblick auf die eigenen Schwachstellen ist, desto eher besteht die Möglichkeit eines „gesunden“ Umganges mit sich und anderen. Denn schließlich sind wir alle immer noch „sich selbst organisierende Systeme“ („Autopoiesis“). In unserer Hypnose-Ausbildung wird diesem überaus wichtigen ethischen Aspekt daher viel Bedeutung beigemessen.

Hypnose-Mythen 3: Ein Wort ist bloß ein Wort…

hypnosemagieMit dem Hinweis auf die Schöpfungsmacht der Sprache heißt es in der Bibel (Joh 1,1): „Am Anfang war das Wort.“ Denken Sie als Hypnotiseur/in also bitte immer daran: Jedes Wort konstituiert eine eigene Wirklichkeit! Darüber hinaus aktivieren Worte alte Erinnerungen und somit auch neuronale Verschaltungen und körperliche Reaktionsmuster („Körpergedächtnis“). In den Urschriften der Veden gelten bestimmte Sanskrit-Silben („Mantren“) als heilig, weil sie förderliche Frequenzen übermitteln. Gleiches gilt natürlich auch für den Bön-Buddhismus und den Schamanismus. Freud und De´Shazer postulierten, „dass Worte einstmals Zauber waren„. Worte besitzen also, wie alle Symbole, eine enorme Macht. Man denke nur an die Wirkung bestimmter Politslogans wie bspw. „Yes – we can!“. Manch ein solcher Satz hatte mitunter das Potenzial Präsidenten zu erschaffen oder innere wie äußere Kriege zu verursachen. Daher halten die Menschen in manchen schamanischen Kulturen noch heute ihre Namen geheim. Eine meiner ehemaligen Professorinnen pflegte zu sagen: „Worte sind Waffen, die für tausend Jahre in der Seele eines Menschen nachklingen.“ Dabei ist es ganz gleich, ob es sich „nur“ um gedachte Worte oder um ausgesprochene handelt. Natürlich besitzt ein ausgesprochenes mehr Kraft als ein gedachtes und ein niedergeschriebenes wiederum mehr als ein gesprochenes, aber nichts desto trotz reicht der bloß gedachte Gedanke bereits aus. Wir müssen ihn nur oft und inständig genug wiederholen oder uns während der gedanklichen Manifestation in einer Disbalance befinden. Ein Schock, ein Unfall oder ein Autoritätsgefälle reichen für eine nachhaltige Negativintrojektion manchmal schon aus. Letzten Endes wird man zu dem, womit man sich täglich beschäftigt. Im professionellen Hypnosebereich sollte man daher seine Wortwahl sehr sorgsam überdenken und auswählen. Außerdem sollten Sie sich gut überlegen, warum Sie bestimmte Worte auswählen und andere weglassen. Was ist Ihr instinktives Motiv? Ein Showhypnotiseur möchte i.d.R. Macht über andere Menschen bekommen, ein Psychologe möchte möglicherweise helfen. Darüber hinaus ist es wichtig, einen guten Selbstschutz und eine entsprechende „Psychohygiene“ zu betreiben“, denn schließlich sind Worte auch Träger und Übermittler entsprechender Frequenzen. Dies wird besonders deutlich an der hohen Quote sekundär traumatisierter Therapeuten/innen im überaus anspruchsvollen psychologischen Arbeitsfeld der ambulanten oder klinischen Traumatherapie.

Hypnose-Mythen 4: Es sind nur bestimmte Menschen hypnotisierbar

hypnosemythenHypnose gelingt nur bei einer von 10 Versuchspersonen nicht. Da jeder Mensch laut Ernest Rossis Studien tagtäglich circa alle 90 Minuten selbstständig in eine vergleichbare Trance geht (bspw. Tagträumen, Autofahren, TV, Alltagstrance, Esstrance, Streittrance) ist grundsätzlich auch jeder Mensch mit Hypnose unterstützbar; allerdings ist ein entsprechend individueller Zugang und geschützter Rahmen dafür notwendig. Man könnte von einem unterschiedlichen „Trancetalent“ sprechen. 10-20% der Versuchspersonen sind i.d.R. hochsuggestibel, 10-20% haben entsprechende „Anlaufschwierigkeiten“ und 60-80% besitzen ein „normales“ Durchschnittspotenzial. Dies trifft nicht nur auf hypnotische Trancen, sondern auf sämtliche Tranceformen zu. Allerdings können auch die Menschen, welchen ein direkter oder schneller Zugang vorerst scheinbar verwehrt bleibt, Trance „lernen“; d.h. mit der Übung steigt auch die Trancefähigkeit. Das Beste ist es also, möglichst erwartungslos an die Hypnosesitzung heranzugehen, denn schließlich verbaut die Erwartung die Erfahrung. Denn je mehr Sie erwarten, desto weniger kann sich etwas ereignen, bzw. wenn sich etwas ereignet, bekommen Sie es möglicherweise gar nicht mit oder schenken ihm nur geringfügige Aufmerksamkeit. Sie müssen jetzt deswegen auch nicht gleich so offen sein, dass es oben rein regnet, aber ein gewisses Maß an Offenheit wäre grundsätzlich hilfreich.

Hypnose-Mythen 5: Wenn ich nicht sofort etwas „merke“, hat es nicht geklappt

hypnosehammerEs kommt immer mal wieder vor, dass Personen nach ihrer ersten, (bewusst) erlebten, Hypnose die Augen aufreißen – also sich selbst „fraktionieren“ (was an sich erstmal kein „Problem“ darstellt, da die Augen sich ruhig öffnen können) – und sagen: „Ich merk´ aber noch gar nix! Ich glaub´, bei mir hat das nich´ geklappt.“ Nun gut, was dabei immer hilft, ist das Leitgebet der örtlichen Feuerwehr: erstens „Ruhe bewahren“ und zweitens „Sicherheit ausstrahlen“. Wenn der erste Flächenbrand dann sauber eingeschäumt ist, können wir mit Phase drei beginnen: „Aufklärung“. Wie bei allen anderen Trancepraktiken auch wirken Hypnose-Tranceprozesse messbar (!) über mehrere Tage im Gehirn und somit auch im Gesamtorganismus nach. In der Fachwelt wird diesbezüglich gemeinhin von 72 Stunden ausgegangen, die man der „Sache“ erst einmal grundsätzlich für eine Wirkungsentfaltung geben sollte. Schließlich wirft ja auch kein Mensch, zumindest kein gesunder, ein Medikament ein und ruft, bevor die Pille unten im Magen angekommen ist, den Arzt an: »Hören Sie mal, die wirkt ja gar nicht!« Aus der schamanischen Trance- und Ritualarbeit können wir sogar sagen, dass sich der wesentliche Wirkungseffekt je nach Mensch teilweise erst nach mehreren Wochen einstellt. Schießlich arbeiten wir nicht mit dem Vollgummihammer, sondern eher mit einem ultrafeinen Sensor, der homöopathische Interventionsdosierungen ermöglicht. Es gibt diesbezüglich natürlich Ausnahmen und Unterschiede. Die hypnotische Raucherentwöhnung oder Schmerzabschaltung wären solche Ausnahmefälle. Schließlich kann der Zahnarzt den Kunden nicht drei Wochen auf seinem Behandlungsstuhl liegen lassen. Die Raucherentwöhnung mit Hypnose erfolgt für gewöhnlich in ein bis maximal vier Sitzungen – soll heißen: Die Raucher brauchen´s halt ein bisschen „grober“, denn schließlich ist das schleichende, aber todsichere, „Sich-selbst-vergiften“ mit den Industrie- und Nervengiften der Zigaretten auch ziemlich „brachial-grob“. Was das Rauchen angeht, spricht man in Hypnotherapeutenkreisen auch von einem „Suizid auf Raten“. Das dies keineswegs überzogen oder zynisch ist, sieht man statistisch daran, dass Nichtraucher im Schnitt 10 Jahre länger leben. Oftmals wird dem Raucher durch eine „grobstoffliche“ Intervention, bzw. therapeutische Konfrontation („Spiegelung“), seine eigene Grobheit gegenüber sich selber bewusster. Mit Hilfe der Hypnosesitzungen zur Rauchfreiheit und Nikotinentwöhnung kann auf diesem Wege mitunter ein ganzheitlicher Heilungsprozess zur (Re-)Integration der eigenen Feinstofflichkeit, Sinnlichkeit und (Selbst-)Liebesfähigkeit angestoßen werden. Dafür müsste allerdings die geistig-körperliche „Verpanzerung“, wie Wilhelm Reich sie nannte, sukzessiv aufgeweicht werden.

Hypnose-Mythen 6: Was in der Showhypnose geschieht, ist „nur“ gestellt

showhypnoseDas mag in einigen wenigen Fällen – vor allem dann, wenn der Showhypnotiseur im ersten Durchlauf seine tranceerfahrenen Mitspieler auf die Bühne ruft – zwar zutreffen, aber für gewöhnlich kann man davon ausgehen, was wir dort im Fernsehen zu sehen bekommen, ist echte Trance. Schließlich werden die Testpersonen lange genug hinter, vor oder auf der Bühne auf ihren Grad an Suggestibilität überprüft. Im Grunde handelt es sich bei der ganzen Darbietung um einen einzigen Suggestibilitätstest, welcher einzig und allein dazu dient, diejenigen zu erkennen, welche hochsuggestibel sind und sich in Folge dessen am Besten als Vorführobjekte eignen. Was dabei mitunter passieren kann ist, dass sich ein Proband auf der Bühne gar nicht richtig in Trance fühlt und trotzdem da bleibt und mitmacht, um nicht unangenehm aufzufallen oder um die Show nicht zu gefährden. Schließlich sind die meisten Menschen in Bühnensituationen nicht sonderlich erfahren und außerdem wollen sie auch die „guten Zuschauer“ sein. Was man jedoch mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, ist, dass Teilnehmer mit einer schlechten Hypnosefähigkeit natürlich nicht ausgewählt werden. Daher sieht man im Fernsehen meistens nur eine sehr dezidierte Auswahl hochsuggestibler Personen, die sehr schnell in sehr tiefe Trancen gehen können. Es handelt sich hierbei allerdings nur um eine Minderheit.

Hypnose-Mythen 7: Man ist in hypnotischer Trance völlig willenlos oder bewusstlos

hypnoseshowDiese Aussage ist nicht ganz einfach zu beantworten.Bewusstlos ist der Hypnotisierte sicherlich nicht. Mitunter ist er sogar wesentlich bewusster als im alltäglichen Bewusstseinsmodus. Schließlich gibt der (Fremd-)Hypnotisierte ein grundlegendes inneres Einverständnis, um sich dann anschließend mit Hilfe des Hypnotiseurs selbst zu hypnotisieren. Dies trifft grundsätzlich auch auf die Showhypnose zu, auch wenn es meist nicht so aussieht. Allerdings gibt es bestimmte Schockmomente oder Schockinduktionen, welche den Menschen in derart tiefe Zustände hineinfallen lassen kann (Vgl., Prüfungssituation), dass er dabei nicht mehr bewusst entscheiden oder aussteigen kann. Ebenso können in einer therapeutischen Trance entsprechende Trancetiefen erreicht werden, in denen der Klient nicht mehr bewusst mit steuert. Möglicherweise kann er sich, wie bei einem nächtlichen Schlafwandel, auch hinterher nicht mehr erinnern („Amnesie“). Was nicht unbedingt ein Zeichen „hypnotischer Qualität“, sondern vielmehr eine Schutzfunktion des Gehirns ist. Daher leitet der achtsame und umsichtige Hypnose-Therapeut/-Coach seinen Klienten nur dorthin, wo er es ethisch verantworten kann. Leider lehren auch heute noch gewisse deutsche Hypnoseinstitute, welche sich (angeblich) der „therapeutischen“ Hypnose verschrieben haben, dass man sogenannte „Widerstände“ brechen müsse. Das erinnert mehr an Kasernenhofdrill, pawlowsche Hundekonditionierung und Jahrmarktshypnose. Dass es sich bei der therapeutischen Ethik um eine grundsätzlich andere als im Showbereich handelt, sollte eigentlich für jeden offenkundig sein; der Name impliziert es bereits. In Sachen „Bewusstlosigkeit“ besteht oftmals auf Seiten der Hypnotisanden auch eine Angst, nicht mehr aufwachen zu können. Bis dato ist uns allerdings weder aus der praktischen Arbeit noch aus Literatur und Fortbildung ein derartiger Fall bekannt. Das Einzige, was durchaus vorkommen kann ist, dass der Klient während der Behandlung einschläft und in eine Art somnambulen oder esdailschen Hypnose-Schlaf („Hypno-Sleep“) übergeht – der im Übrigen sehr wohltuend sein kann und während dem noch immer eine nonverbal-ideomotorische Kommunikation möglich ist. Anschließend muss ggf. der Rapport wieder aufgegriffen und der Klient in die „Jetzt-Zeit“ zurückgeführt werden. Da wir unsere Kunden aber durchweg in Selbsthypnose schulen, sind diese ebenfalls in der Lage, sich selbstständig wieder zurückzuholen.

Hypnose-Mythen 8: Showhypnose in der Öffentlichkeit & auf der Bühne sind absolut harmlos

somnabulismusNein, es gibt mittlerweile zahlreiche Menschen, die durch das öffentliche Hypnotisiertwerden einen Schaden davon getragen haben. Wir unterscheiden übrigens nicht zwischen Showhypnose auf der Show-Bühne oder in der Disco und Showhypnose zu Belustigungszwecken in der Fußgängerzone. Mittlerweile ist es beinahe zur Mode geworden, dass sich die Bühnenhypnotiseure in den therapeutischen Bereich vorwagen und behaupten, dass ihre unethischen Vorgehensweisen nicht nur nicht schädlich, sondern auch noch nützlich seien. Es sind dabei häufig körperliche Symptome (wie bspw. Migräne, Schwindel oder Unwohlsein) bis hin zu schweren psychischen Symptomen (Trauma-Flashback/ psychotische Schübe) verzeichnet worden. In Trance können, vor allem wenn dabei – wie im Hypnose-Entertainment üblich – schnell zwischen unterschiedlichsten Emotionslagen hin- und hergeswitcht wird, wesentlich leichter Schattenanteile (re-)aktiviert werden als im Wachbewusstsein. Das geht zwar nicht so weit, wie am 10.07.2009 mit Dr. Gerhard Schütz in/ von (?) „Galileo Mystery“ (Pro7) auf reisserische Weise suggestiv-einseitig beschrieben, dass der Klient (welcher sich offenkundig in einem posthypnotisch-amnestischen Trancezustand befunden hat) kriminelle Handlungen oder gar einen Mord begehen würde, aber Hypnose ist deswegen noch lange kein Mittel, welches leichtfertig eingesetzt werden sollte. Davon abgesehen, dass im Showbereich in der Regel keine Anamnese stattfindet und maximal eine Kurzausleitung durchgeführt wird, besitzen die allermeisten Menschen ohnehin wenig bis kein Gefühl und Know-How im Umgang mit veränderten Bewusstseinszuständen – woher auch? Schließlich lehrt unsere Kultur diese ja seit gut 2.000 Jahren nicht mehr auf sinnvolle Weise. Außerdem begeben sie sich derart unvorbereitete Personen oftmals in Situationen, welche sie anfangs mitunter noch in Ordnung finden, im Laufe ihrer „Vor-Führung“ (bspw. Reinszenierung von Orgasmen vor laufender Kamera) allerdings nicht mehr rechtzeitig aussteigen können und anschließend, bei der Sichtung der Videomitschnitte des TV-Programms, dann eine Psychotherapie benötigen. Von Showhypnotiseuren wird diesbezüglich meist keinerlei Verantwortung übernommen, denn schließlich hypnotisiert sich ja jeder Mensch „selbst“. Doch eben weil wir nie genau wissen können, wann für eine (völlig fremde) Person eine bestimmte Grenze erreicht ist, sollte mit diesen Phänomenen vorsichtig umgegangen werden. Die Talkshows bestimmter Trivialformate im alltäglichen Fernsehprogramm arbeiten jedoch oftmals nach einem ähnlichen Suggestiv-Prinzip, welches Menschen in einer Trance- oder Belastungssituation dazu bringt, sich zur Belustigung anderer bloß zu stellen. Selbst Prof. Dirk Revenstorf, der selbst an einer Showhypnose teilgenommen hat, betont im Fernsehinterview, wie schwer es selbst ihm gefallen sei, einem Showhypnotiseur etwas abzuschlagen. Dr. Burkhard Peter beschreibt ferner die Gefahr des „traumatischen Steckenbleibens“ im Anschluss an die Showhypnose, welche oftmals kurzer Hand beendet wird. Broelmann beschreibt daher einige gravierende „Unglücksfälle“ im Bereich der Showhypnose – man denke nur an den imaginativen Stromschlag mit Todesfolge bei einer durch einen Stromunfall traumatisierten Frau. Israel, Südafrika, Schweden,Österreich und Teile der Schweiz haben die Showhypnose aus diesem Grunde verboten. Demzufolge gefährden leichtfertig agierende Entertainer und Bühnen-Sternchen durch ihre unreflektierten Vorgehensweisen nicht nur den Status, sondern auch den Ruf der gesamten Hypnose-Bewegung.

Hypnose-Mythen 9: Je unbewusster, desto besser…

tiefenhypnoseViele der rein klassisch(-autoritär) arbeitenden Hypnotiseure postulieren, dass eine tiefe Trance, in Form eines Somnambulismus oder jenseits davon für den Erfolg einer Sitzung entscheidend sei – was bspw. für eine medizinische Anwendung oder für die Arbeit im Bereich tiefgehender Trauma-Stress-Befreiung auch richtig ist. Wir haben in unseren Praxen festgestellt, dass im Bereich der Burnout-Prävention von Kunden vor allem die schlafnahen Trance-Zustände als hilfreich und heilsam erlebt werden, besonders wenn diese anschließend mit Hilfe von Selbsthypnose weiterhin gezielt geübt werden. Es ist auch bis heute ungeklärt, bis zu welchem Grade Menschen im Schlaf, bzw. in schlafnahen Trancen in der Lage sind, hypnotische Suggestionen aufzunehmen. Die amerikanische Psychologin Phyllis Krystal ging davon aus, dass wir besonders im Schlaf sämtliche gesprochenen Worte um uns herum aufnehmen. Die Studien an voll narkotisierten OP-Patienten deuten in eine ähnliche Richtung, welche Hypnosetherapeuten, wie bspw. Werner J. Meinhold, dereinst zu der Theorie veranlasste, dass mitunter zahlreiche Tode in den Aufwachräumen der Krankenhäuser ggf. auf die Negativsuggestionen des Personals zurückzuführen seien. In der modernen Hypnotherapie nach Milton H. Erickson geht man hingegen i.d.R. davon aus, dass sich Trance-Interventionen zur Persönlichkeitsentwicklung mitunter gar hinderlich auswirken können, wenn der Klient wichtige Suggestionen bspw. nicht mehr hört („Rapportverlust“) oder nicht mehr in der Lage ist, aktiv zu antworten. Wenn die Theta-Wellen überhand nehmen und der Klient in den somnambulen Zustand gleitet, lässt sich – besonders im Showbereich – die Wirksamkeit von Suggestionen zwar sehr anschaulich demonstrieren, mit Nachhaltigkeit im therapeutischen Sinne hat dies demnach aber nichts zu tun.

Hypnose-Mythen 10: Das Unterbewusstsein kennt absolut kein „Nein“

Oder die „Denken-Sie-jetzt-bitte-nicht-an-einen-rosa-Elefanten-Theorie“ des Neuro-Linguistischen-Programmierens. Natürlich stimmt diese häufig von NLPlern zitierte Aussage. Man muss sich etwas erst einmal vorstellen, um es dann verneinen zu können. Daher sind positiv ausformulierte Suggestionen sicherlich sinnvoller und stimmiger. Andererseits finden wir im Bereich der Showhypnose häufig Suggestionen, die in die Richtung gehen „Sie können sich an dieses oder jenes nicht mehr erinnern“, oder „Sie können das Publikum nicht mehr sehen etc.“ Unsere persönliche Erfahrung, ist in bestimmten Bereichen insbesondere bei Menschen mit einer hohen Suggestibilität, mit gezielten Verneinungen sehr gut. Grundsätzlich muss man ja ohnehin sagen, dass gerade die Negativsuggestionen von Eltern und Pädagogen während der eigenen Kindheit, besonders „gut“ und nachhaltig – mitunter sogar am „besten“ – wirken: „Du schaffst das nicht! Für Mädchen gehört es sich nicht, sich so in den Vordergrund zu spielen. Ein starker Indianer kennt keinen Schmerz. Du hast das einfach nicht verdient etc.“ Ich denke, ein jeder weiß, wie nachhaltig derartige Suggestionen verankert sein können und sich dann oftmals bis ins hohe Erwachsenenalter hinein auf toxische Weise auswirken. Man sollte daher, die seit den 70ern, aus bestimmten Hypnosebüchern konsequent unhinterfragt abgeschriebenen Dogmen überdenken. Nichts desto trotz lässt sich paradoxerweise oftmals mit indirekten und positiv formulierten Suggestionen bei kritischen oder weniger suggestiblen Klienten mehr erreichen. Denn mit Verneinungen lässt sich durchaus der kritische Part umgehen, welcher ansonsten alles daran setzen würde eine direktive Positiv-Affirmation zu boykottieren. Dann brauche auch diese kritischen Geister „gar nicht daran zu denken“, wie sie sich jetzt einfach entspannen… denn sie entspannen sich ja bereits – mitunter ohne es bewusst zu merken oder zu wollen.

Infoseite Hypnoseausbildung-Schweiz >>

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