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„Mit einem hysterischen Fieber verbanden sich Zuckungen, anhaltendes Erbrechen, (…) wütende Zahnschmerzen (…) Schwermuth, Wahnwitz, manchmal Raserei und Ohnmachten (…) Und ich verfiel endlich auf den Gedanken, in dem Körper der Kranken eine gleichsam künstliche Ebbe und Fluth mit dem Magnete zu erzeugen.“

Dr. Franz Anton Mesmer

Bodensee-Arzt/ Begründer des "Mesmerismus"


Das vergessene Wissen des Bodensee-Arztes Dr. Franz Anton Mesmer

Neuro-Mesmerismus

Aktivierung der Selbstheilung durch nonverbale Hypnose


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Der am Bodensee in Iznang an der Höristraße, unweit von unserem Hypnose-Institut in Stein am Rhein, geborene und mit 81 Jahren in Meersburg verstorbene deutsche Arzt Dr. Franz Anton Mesmer ist sicherlich eine der einflussreichsten, wie auch der tragischsten Figuren der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte. Er war nicht nur Begründer der „Magnetkur“ des „Animalischen Magnetismus“ und „Mesmerismus“ sowie Arzt in Wien, Paris, Spa, Berlin, Karlsruhe, Konstanz sowie Frauenfeld und Wagenhausen im Thurgau, sondern auch eine Art Heiler-Idol seiner Zeit, zu dem viele bekannte Künstler (wie bspw. Franz Xaver Messerschmidt, Maria Theresia Paradis oder Wolfgang Amadeus Mozart), Politiker und Adelige pilgerten. Viele sehen in ihm einen Wegbereiter der modernen Psychoanalyse, Psychotherapie und Hypnosetherapie. In seinen späteren Lebensjahren lebte er vor allem von den Tantiemen seiner französischen Staatsanleihen und behandelte viele ärmere Menschen aus der Bodensee-Umgebung in seiner Praxis kostenfrei. Mesmer schriebt selbstbewusst in sein Testament: „Man wird sich erinnern, dass ich in mehreren Ländern als Wohlthäter des Menschengeschlechtes allgemein mit Dankbarkeit geehrt ware.“

Doch Mesmers Erbe strahlt keinesweg so hell, wie er vielleicht erhofft hatte. Die aristokratische Ärzteschaft Österreichs und Frankreichs hatte in ihren vorweggegangenen Tribunalen gegen das erfolgreiche Wirkens Mesmers einen Bann bewirkt, welcher sich – wie bei anderen, medizinischen Vertretern des hypnotischen Handwerks ebenso – über die Jahrhunderte kategorisch entfaltet hat. Wo die rein auf Suggestion und Kognition basierende Hypnose, mit ihrer innerlichen „ruhigen Krise“ (um es mit den Worten des Mesmerschülers Puysegur zu sagen), die längst den Eingang in die wissenschaftliche Anerkennung geschafft hat, da ist die ursprüngliche mesmerschen Herangehensweise, mit ihren kathartisch-neurogenen Schüttelabreaktion bis eher in Vergessenheit geraten. Als ihre psychotherapeutischen Nachfahren können mitunter am ehesten noch Reich, Lowen und Berceli gesehen werden.

Denkt man an seine Aussage: „Im menschlichen Körper findet man Eigenschaften, die mit demjenigen des Magneten übereinstimmen. Man unterscheidet darin gleichfalls entgegengesetzte Pole, welche mitgeteilt, verwandelt, zerstört und gestärkt werden können.“, so fühlt man sich an den Taoismus erinnert. Mesmer könnte heute, in Zeiten wo alternative Naturheilverfahren, TCM, Baubiologie, Biophotonen, Quantenphysik sowie Pacing und Rapport in der gewaltfreien Kommunikation und der gemeinhin akzeptierten, manipulativen Verkaufspsychologie längst Allgemeingut sind, in weiten Teilen seines Schaffens rehabilitiert worden sein – doch das ist nicht der Fall. Letzteres obwohl sein Lebenswerk allein mit fünf Professuren zu Beginn des 19. Jh. an deutschen Universitäten sowie einer Berliner Klinik unter der Leitung von Dr. Karl Christian Wolfart fortgeführt worden ist. Interessanterweise kam 1812 auch eine preußische Kommission der Berliner Akademie bei der Untersuchung des Magnetismus zu einem positiven Resultat über dessen Wirksamkeit. Auch der Einsatz des animalischen Magnetismus als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen durch den schottischen Arzt James Esdaile sowie die Anerkennung des Generalgouverneurs von Indien sollten keine größere Abhilfe schaffen. Trotz eines mesmerischen Krankenhauses in Kalkutta blieb, in welchem durchweg ohne Anästhetika operiert wurde, blieb Mesmer für viele dennoch ein „Scharlatan“. Vielleicht werden die neuen, stark körperbezogenen Ansätze aus der Traumaforschung in Zukunft wieder eine wertschätzendere, wissenschaftliche Brücke zu Mesmers einstigen Erkenntnissen schlagen. Heutige klinische Laborversuche bspw. mit Handauflegen o. der Beeinflussung lebender Organismen auf Distanz belegen jedenfalls die Wirksamkeit ähnlicher Interventionen und Vorgehensweisen – auch wenn der Proband selbst davon nichts mitbekommt.rken

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Wer  den Magnetismus leugnet, ist nicht ungläubig, sondern unwissend zu nennen (…) Der Mesmerismus ist die vom philosophischen Standpunkt aus inhaltsschwerste aller gemachten Entdeckungen, auch wenn sie einstweilen mehr Rätsel aufgibt denn löst.

Arthur Schopenhauer

Philosoph, Schopenhauer

Halten wir also fest, bei dem mysteriösen Dr. Mesmer handelt es sich um eine Art „Brückenbauer“. Da er ebenso das Thurgauer Bürgerrecht besaß, nicht nur zwischen dem deutschen und dem schweizerischen sowie dem österreichischen und dem französischen Raum, sondern vor allem zwischen dem Profan-Wissenschaftlichen und dem Sakral-Rituellen. Letzteres kann man eben nicht „messen“ oder nur schwer mit wissenschaftlichen Kategorien fixieren, wiegen und verstehbarmachen. Das Wesentliche bleibt bekanntlich für das Auge unsichtbar und der Volksmund weiß ferner, dass der „wer heilt – Recht hat„. Mesmers Erfolge diesbezüglich sind offenkundig, denn andernfalls wäre er sowohl vergessen worden, als auch, zu seiner Zeit nicht so derart bekannt geworden, dass er teilweise bis zu 200 Patienten pro Tag zu behandeln hatte. Wir stehen hier dem gleichen, alten Problem gegenüber, welches zurückreicht bis hin zur Aufspaltung von Religion/ Kunst und Wissenschaft. Für die Kunst gilt die gleiche Frage: Wie soll man die „Essenz“ oder den „Geist“ einer künstlerischen Arbeit – bspw. eines Theaterstücks oder Bildes – in wissenschaftlichen Kategorien exakt erfassen können? Meiner Ansicht nach hat dieser Mesmer mit seinen (von außerhalb) initiierten Heilungskrisen wieder eine Brücke geschlagen zum Archaischen, Schamanischen, Unbewussten,Trans-Personalen, Mystischen und „Transzendenten“ – dem, was jenseits des Verstandes wohnt und was man nur erleben, erspüren nicht erdenken kann. Darin liegt vermutlich sein größter Verdienst und sein heilerisches Potenzial, welches zurückreicht bis zum Anbeginn der Zeit nach Les Trois Frères, Lascaux oder Chauvet. Freilich musste dies von der Ratio-Fixierten Medizin jener Zeit – natürlich nur zum Wohle der Allgemeinheit – bis aus Schärfste bekämpft werden.

Es scheint jedoch so, dass es sich bei dieser neuerlichen Verdrängung und Abspaltung um einen eklatanten Fehler handelt, der für nahezu zwei weitere Jahrhunderte die Menschen von gewissen in ihnen angelegten (Selbst-)Heilungspotenzialen, denen ein Jahrhundert später bspw. auch Janet und Jung gewahr waren oder denen Freud begegnete, sich aber – aus Angst (vor seinen Kollegen?) abwandte, fern hielt (siehe auch „Geschichte der Trance-Heilung„). Wie viel mehr Kriegstraumatisierten hätte man bspw. während und nach den Weltkriegen helfen können, wenn die Psychologie, Medizin und Psychotherapie jener Ära fortschrittlicher, sprich nicht so körperfremd und kopflastig gewesen wäre?! Eine Frage, welcher wir uns als Therapeuten zweifelsohne, im Angesicht des mesmerschen Erbes, stellen müssen.rken

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Wer als Therapeut mit der ericksoniaschen Hypnose im Geiste der humanistischen Psychologie groß geworden ist, erlebt mitunter Garant erstmalig einen gewissen Schauder, bis hin zu Beklommenheit oder sogar Abwehr, wenn er sich mit den Phänomenen des „Neuro-Mesmerismus“ befasst. Es ist der numinose Schauder, welcher uns alle erfasst, wenn wir in den unergründlichen See der Großen Mutter mitsamt ihrer endlosen, ewigen Weisheit eintauchen.

Jörg Fuhrmann

Transpersonaler Therapeut/ Supervisor & Trainer, freiraum-Institut

Jörg Fuhrmann, der Begründer des freiraum-Instituts, hat sich selbst sein Leben lang – seit er erstmalig die klassische Verbalhypnose mit 7 Jahren von seinem damaligen Haus- und Landarzt lernte – nicht nur mit „Hypnose“, sondern später v.a. auch mit feinstofflichen Phänomenen (bspw. beim Qi-Gong, Handauflegen, bei traditionellen Trance-Heilweisen in Südamerika und Nepal sowie in der Bioresonanz- und Magnetfeldtherapie und den Lehren Viktor Schaubergers) beschäftigt. Fuhrmann sieht seinen integrativen Hypnoseansatz „Neuro-Mesmerismus“ als zeitgemäße Weiterentwicklung in der Tradition Mesmers, da er, neben der inneren Teilearbeit im ITF auch den Körper, die Atmung, Emotion und Intuition sowie das Phänomen der körperlichen Erstarrung o. „Verpanzerung“ (wie Reich es nannte) sehr stark in die hypnotische Induktion und Behandlung mit einbezieht – denn der Mensch muss spüren, dass der Schritt zur Heilung nicht nur eine vernunftbasierte Erkenntnis sondern vor allem auch eine körperbasierte Erfahrung ist. In diesem Sinne erkannte auch Mesmer, dass „Hypnose“ mehr mit Empfinden, als mit kognitivem „Verstehen“ zu tun hat. Bemerkenswert scheint ihm dabei auch die Rückbesinnung der modernen („wissenschaftlichen“) Hypnotherapie auf den Körper – bspw. auf Kongressen wie „Reden reicht nicht“.

 Seminarinhalt „Neuro-Mesmerismus„:

  • Dr. Franz Anton Mesmers Leben und Werk
  • Kulturübergreifender Heilmagnetismus
  • Körperbasierte Tieftrance-Induktionen
  • Nonverbale/ Energetische Tranceinduktion
  • Nonverbale Blick-Induktion
  • Fernhypnose
  • Tieftrance-Somnambulismus
  • Neuro-Mesmerism & Mesmerische Heilungskrisen
  • Charakterpanzer- & Körperpanzer-Transformation

In dem Spezialmodul lernst Du in Theorie & Praxis:

  • Wie Du neuronale Neuverschaltungen und Traumaverarbeitung anregst
  • Wie Du die innere Teilearbeit gezielt um die Dimension der „Charakterfixierung“ erweiterst
  • Wie Du kathartische Abreaktion gezielt in der Hypnosetherapie nutzen kannst
  • Wie Du noch schneller, nonverbale Tieftrancen induzieren kannst
  • Wie Mesmerismus und Polyvagaltheorie (Porges) zusammenwirken

Für alle, die am freiraum-Institut in 2018 mit der Ausbildung in „Transpersonaler Psychologie – Existentielle Trancetherapie“ weitermachen möchten, wird dieses Spezialtraining als Modul anerkannt!
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© freiraum-Institut (FRI) („Neuro-Mesmerismus“-Artikel von Jörg Fuhrmann) – Teilen ausdrücklich erwünscht.

“freiraum-Institut – Hypnose & Coaching®”, “Inner-Team-Focusing® (ITF)” & “Hypnofree-Cellenergy®” sind im Handelsregister eingetragene Marken.

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