Seite auswählen
Warum Ihre Geburt oder ein Geburtstrauma mitunter die Antwort auf Ihre Frage beinhaltet…

Dr. Otto Ranks „Geburtstrauma“ und Konfrontation mit Dr. Sigmund Freud

Otto-Rank-Freud-und-andere-AnalytikerDer Sigmund Freud-Schüler Dr. Otto Rank hat 1924 („Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse“) als erster Psychoanalytiker der Moderne erkannt, welche Bedeutung dem Geburtsprozess zukommt und dass dieser eine enorme Prägekraft für das gesamte menschliche Leben besitzt. Sein zweiter großer Verdienst, ist die Auflösung der freudschen vaterfixierten Psychologie und der Erkenntnis der fundamentalen Bedeutung der Mutterbindung. Freud ging zwar in seinem zwei Jahre später verfassten Werk „Hemmung, Symptom und Angst“ ebenfalls davon aus, dass die Geburt das erste angsteinflößende Lebensereignis sei, jedoch besitze dieses keinen relevanten psychischen Inhalt, da der Fötus noch über kein „Objekt“ verfüge. Er lehnte Ranks progressive Auffassung, dass die Geburt zu einem überwältigenden, traumatischen und lebensprägenden Angsterlebnis des Fötus führe somit kategorisch ab, was bald darauf zum umfassenden Bruch zwischen Rank und Freud führte.

Merken

Jeder war einmal selbst „Gott“ und kann es wieder werden, wenn bzw. so weit er sich wieder in den Urzustand zurückversetzen kann.

Dr. Otto Rank

Psychiater/ Pionier der Pränatalpsychologie

Otto Rank - Trauma der GeburtRank schlussfolgerte, dass dieses Geburtstrauma der Auslöser für zahlreiche späteren Lebensängste sei und ging ferner davon aus, dass die späte pränatale, wie auch die perinatale Zeit – „um die Geburt herum“ – erinnert werden könne und dass sie sich darüber hinaus unbewusst in Mythen, Symbolen und Kunstwerken Bahn brächen. So interpretierte er bspw. die christlichen Höllenvorstellungen als Folgewirkung der „Intrauterin-Situation“ mit negativem Vorzeichen. Somit schuf er als erster eine Verbindung zwischen einem pränatalpsychologischen (lat. prae „vor“; natalis „zur Geburt gehörig“) und kulturtheoretischen Konzept und eröffnete der Kunst das Tor zur Psychoanalyse. C. G. Jung, der „Meisterschüler“ Freuds, welcher später ebenfalls von Freud brach, ordnet pränatale Regressionen eher archetypisch-transpersonal ein:

„Geht die Regression weiter, über die Kindheitsphase hinaus, d.h. in die vorbewußte (pränatale) Phase, so treten archetypische Bilder auf, welche sich nicht mehr mit Individualerinnerungen verbinden, sondern zu jenem Schatz ererbter Vorstellungsmöglichkeiten gehören, welche mit jedem Menschen wiedergeboren werden. Hier entstehen nur Bilder von göttlichen Wesen, die teils menschlicher, teils göttlicher Natur sind.“

(Dr. Carl Gustav Jung)

Merken

Merken

Gelernte Gen-Dysfunktion & Fixierung – Epigenetik als neue Erkenntnisebene

Quelle: B.Kleine, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en

Quelle: B.Kleine, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en

Ist man zu Ranks Zeit und danach noch davon überzeugt gewesen, dass der Fötus während der Schwangerschaft von der Außenwelt nicht beeinflusst wird, kein Gedächtnis besitzt sowie  dass sich Wahrnehmung und Bewusstsein erst nach der Geburt entwickeln, so legen heute zahlreiche empirische Befunde nahe, dass bereits im Mutterbauch pränatales Erleben, Verhalten und Lernen stattfindet – ergo: dass pränatale Gedächtnisinhalte vorhanden sind. In einem englischen Fachjournal wurde kürzlich sogar festgestellt, dass ein Säugling „tatsächlich“ Schmerz wahrnehmen können „und“ Emotionen habe. Der amerikanische Trauma-Experte Dr. med. Robert Scaer erörtert dazu (in „The Trauma Spectrum“): „Nach meiner Auffassung können Traumata entstehen, sobald die prozeduarle Erinnerungen verarbeitenden Gehirnbereiche beim Fötus funktionsfähig sind, und bis zum Tode des betreffenden Menschen – es sei denn, man hält frühere Leben für eine Realität. Ein Trauma kann so dramatisch wie Folter oder so subtil wie die Schattierungen der Mutter-Kind-Bindung sein (…) Diese Beispiele spiegeln so gut wie sicher, dass durch ein frühes Trauma ein bestimmtes Gen aktiviert wurde (…) Traumata spielen als Verursacher oder Auslöser bei den meisten, wenn nicht sogar bei allen psychischen Störungen eine Rolle.“  

David J. P. Barkers „fetal programming-Hypothese“ stellte aufgrund zahlreicher Studien die These auf, dass spätere Störungen (wie bspw. Depressionen, Ängste, chronische Anspannung sowie Lernschwäche und Autismus) durch stressreiche Bedingungen in der Schwangerschaft, womöglich unter Auslösung epigenetischer Veränderungen des genetischen Materials, begünstigt werden, was wiederum durch neuerliche epigenetische Forschungen bestätigt wird. Somit scheint die epigenetische Forschung zunehmend die Annahme der frühen Pränatalpsychologie zu untermauern, dass die Strukturierung des Unbewussten bereits in der vorgeburtlichen Zeit beginnt und dass der Fötus bereits dort lebensrelevante Erfahrungen sammelt – somit wäre Ranks Geburtstrauma-Theorie etwa hundert Jahre ihrer Zeit voraus gewesen. Rank folgten jedoch bereits lange zuvor zahlreiche namhafte Theoretiker und Forscher. Dazu gehören bspw. auch Nandor Fodor, Francis John Mott, Donald W. Winnicott, Gustav Hans Graber und Ludwig Janus.

Merken

Merken

Wer sich umfassend weiterentwickeln will, muß die Faktoren identifizieren und integrieren, die den negativen Konstrukten in seinem Unbewußten zugrunde liegen.

Prof. Dr. Stanislav Grof

Psychiater/ LSD-Forscher/ Mitbegründer Transpersonale Psychologie

Pränatalpsychologische Tiefenpsychologie & Geburtstrance

Cervix_uteri_PränatalpsychologieDonald W. Winnicott folgte Ranks Annahme darin, dass er davon ausging, dass manche Babys aufgrund von problematischen Geburtsprozessen bspw. mit Sauerstoffmangel später ein paranoides Erleben oder psychosomatische Symptome wie Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Erstickungsgefühle ausbildeten. Fodor führte 1949 ebenfalls unterschiedliche Angstformen auf unverarbeitete prä- und perinatale (griechisch peri „um herum“; lat. natalis „die Geburt betreffend) Erfahrungen zurück, erweiterte Ranks Konzept jedoch um Zustände von Atemnot, Klaustrophobie und sexuelle Störungen. Francis, J. Mott, ein Schüler Fodors, erkannte dann die Wichtigkeit der Plazenta und stellte als erster einen größeren – quasi mystischen – Kontext zur Ordnung des Universums her. Auch Gustav Hans Grabers Dissertation „Die Ambivalenz des Kindes“, die im gleichen Jahr wie Otto Ranks Werk zum Geburtstrauma publiziert wurde, lehnte Freud ebenfalls ab, da dessen Geburtstauma-Ansatz dem von Rank sehr ähnelte. Der Schweizer Psychoanalytiker Hans Graber wurde nicht nur ein Hauptvertreter der Pränatalpsychologie, er begründete 1971 dann auch den ersten Dachverband, die „Internationale Studiengemeinschaft für pränatale Psychologie“. Auch Lloyd de Mause ging 1981 davon aus, dass vorgeburtliche und geburtliche Erfahrungen – angenehme wie schmerzhafte – eine Art psychische Schablone erschaffen („fötales Drama“), mit Hilfe derer spätere Lebensereignisse bewertet, sortiert und abgespeichert würden. Michael Odent, der jahrzehntelang Geburtsforschung betrieb und als sanfter Querdenker der Geburtsmedizin gilt, warf in seinen Bestsellern diesbezüglich die Frage auf, warum der moderne Krankenhausbetrieb ignoriere, dass die Großhirnrinde – und mit ihr als das Sprachliche und Logische – einer gebärenden Frau zur Ruhe kommen muss. Für Odent scheint evident, dass Frauen darauf angewiesen seien ihre Kinder instinktiv, von den archaischen Gehirnarealen geleitet, in einer Art „Geburtstrance“ zur Welt zu bringen.Dafür bedürfe es eben vor allem Stille anstatt Betriebsamkeit und Dunkelheit anstatt greller Krankenhaus-Beleuchtung. Nur in dieser Art von Geburtstrance schütte der gebärende Körper der Mutter Hormone aus, welche den Geburtsprozess erleichtern und eine liebevolle Bindung unterstützen.

Merken

Dann hat man das Gefühl, als würde sie sich von der Welt abschneiden. Sie vergisst alles, was um sie herum geschieht; sie vergisst all ihre Pläne, alles, was sie in Büchern gelesen hat und sie benimmt sich auf eine Art und Weise, die von einer zivilisierten Frau normalerweise überhaupt nicht akzeptiert werden würde. Und Frauen finden dann plötzlich ganz bizarre Positionen, die sie sich selber ausdenken in diesem Moment, unerwartete Positionen, manchmal sind die primitiv – sie sind wie auf einem anderen Planeten.

Michael Odent

Arzt/ Geburtsmediziner , Bild: Pumpkingood

LSD-Forschung, experimentelle Psychose und Geburtstrauma

lsd-hofmannDie Pionierarbeit in der tiefenpsychologischen LSD-Forschung lieferten die Psychiater Dr. Hanscarl Leuner und Dr. Stanislav Grof, welche durch ihre Studien an tausenden von Patienten umfangreiche, tiefenpsychologische Einsichten in das menschliche Unbewusste erlangten. Leuner stellte selbst zwar keine direkte Verbindung zum pränatalen Erleben oder dem Geburtstauma her, dennoch strahlen die von ihm 1962 in „Die experimentelle Psychose“ beschriebenen Fallbeispiele halluzinativer Patienten-Erfahrungen eine vorgeburtliche Qualität aus.

„Leuner beschreibt Erlebnisgrundmuster, die denen Grofs vergleichbar sind, als transphänomenale dynamische Steuerungssysteme (tdyst) und konnte, ähnlich wie Grof, die psychodynamischen Grundkonstellationen, wie die Psychoanalyse sie beschrieben hat, in den LSD-Erlebnissen nachweisen.“

(Dr. Ludwig Janus)

Grof entdeckte, sowohl durch seine Selbsterfahrung als auch durch die Erlebnisse seiner Patienten sowie durch den jahrelangen Austausch mit dem Mythologen Joseph Campbell, dass die wieder bewusst werdende, perinatale Struktur- & Erfahrungsebene eine Verbindung zwischen eigener biographischer Erfahrungen und den transpersonalen Erfahrungswelten repräsentiert. Dazu zählen außerkörperliche Erfahrungen, Nahtoderfahrungen, telepathische Erkenntnisprozesse, Synchronizitäten, Zeitsprünge mit detaillierten historischen Beschreibungen, Erinnerungen an andere Leben, ekstatische Trance-Erfahrungen, kosmische und mystische Einheitserfahrungen, Gipfelerlebnisse, energetische Aktivierungen, schamanische Initiationsprozesse, Identifikation mit anderen Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine etc.), Kontakt mit Verstorbenen oder mit geistigen Führern und Kraftwesen.

Grof-Topographie des UnbewusstenGrof konnte die perinatalen (Geburtstrauma-)Strukturen in zahlreichen Schriften, Ikonographien, Kunstwerken, Mythen und spirituellen Traditionen ausmachen. Bei seiner Suche erkannte er bereits früh, dass menschliche (spirituelle) Entwicklung auf die Strukturen des Geburtsprozesses bezogen werden kann und paradoxerweise parallel dazu, dass kulturelle Defizit, welches dem Westen „verbietet“ derartige Erfahrungen ernst zu nehmen und professionell mit ihnen umzugehen. In Folge des damit entstandenen „spirituellen Vakuums“, welches die konfessionellen Religionen anscheinend nicht zu füllen bereit sind oder nicht einmal mehr zu füllen wissen, haben sich allerhand außerkulturelle Praktiken und Philosophien (wie bspw. der Buddhismus, das Yoga oder bspw. südamerikanischer Schamanismus) im westlichen Kulturkreis etabliert und finden bis heute zunehmenden Anklang bei sinnsuchenden Menschen, die sich mit den existentiellen Fragen des Seins beschäftigen. Daraus folgerte Grof 1984, dass wenn transpersonale Erfahrungen im Alltag durchbrächen, was ja grundsätzlich immer und v.a. auch bei profanen Tätigkeiten passieren kann, nicht erkannt und korrekt eingeordnet, sondern pathologisiert werden, können daraus massive spirituelle Krisen entstehen. Er entwickelte daher zahlreiche Modelle und Konzepte, die dem westlichen Menschen bei der Integration und beim Verständnis seiner aktuell erweiterten oder eingeengten Wahrnehmung behilflich sein können.

Die Strukturen des Perinatalen scheinen die Grundstruktur des menschlichen Unbewussten auszumachen. In ihnen wird der Stoff gewebt, aus dem wir gemacht sind. Die spezifische Ordnung der perinatalen Struktur scheint musterbildend zu sein für die menschliche Entwicklung und für die Transformation des Bewusstseins in einem generellen Sinne (…). Jede therapeutische Selbsterforschung wird letztlich an die Schwelle zu perinatalem Erleben stoßen, wenn sie radikal genug ist.“

(Dr. Ingo Benjamin Jahrsetz)

Während Dr. Wilhelm Reich, der ebenfalls mit Freud gebrochen hatte, noch von einer unterdrückten Libido- oder universalen Lebens-Energie („Orgon“) als hauptsächliche Ursache vieler psychosomatischen Störungen ausging, wurde durch die neuere Forschung deutlich, dass ein Großteil dieser „Energie“ perinataler sowie transpersonaler Natur ist und dass unintegrierte, traumatische Erfahrungen auf diesen Ebenen eine wenstliche Rolle spielen. Bereits 1975 interpretierte Grof die (geburtstaumatischen) Erfahrungen seiner Patienten in der „Topographie des Unbewussten“ als perinatale Matrix/ Matrizen (lat.: „Gebärmutter“; Logik: „Anordnung“), auf die ich im Folgenden genauer eingehen möchte, da sie als verinnerlichte Steuerungssysteme und energetischer Muster/ Prägungen nicht nur in der LSD-Therapie, sondern v.a. auch im holotropen Atmen, im Traum, bei Übergängen, alltäglichen Charakterstrukturen und psychischen Entwicklungsprozessen zur Transformation der eigenen Persönlichkeit – ganz allgemein – eine hohe Bedeutsamkeit besitzen. Ich beziehe mich dabei v.a. auf die Schriften von Grof, Jahrsetz und Walch (Quellen unten auf der Seite >>).

Merken

Merken

Merken

Grofs Erste perinatale Matrix – Mütterliche Ureinheit/ Eins-Sein/ Amniotisches Universum

Geburtstrauma, perinatale Matrizen & PränatalpsychologieBei bestmöglichen Bedingungen, ohne Störungsphänomene, erlebt der Fötus während der ersten neun Monate im Mutterbauch die symbiotische und ungetrübte Einheit im optimalen FLOW mit der Mutter. Erfahrungen des nährenden Wiedererlebens im erweiterten Bewusstsein während der holotropen Atemtherapie, der Trancetherapie oder anderer Techniken (wie bspw. der Meditation) können folgende Zustände auslösen, die mit der ersten perinatalen Matrix korrelieren:

  • Ozeanisches Fließen/ Tauchen
  • Himmlische Elemente/ Regenbogen/ Wolken
  • Göttlichkeit & kosmischen Verbundenheit („Unio Mystica“)
  • Flugerfahrungen oder ekstatischen Erleben
  • Reine Schönheit/ Heiligkeit
  • Paradiesische Naturverbundenheit/ „Mutter Natur“/ Gaia
  • Ewige Weisheit („Sophia Perennis“)
  • Identifikation mit Fischen/ Delphinen
  • Glückliche Kindheit/ mütterliche Zuwendung
  • Erfüllende Liebe/ Harmonie/ Romanze
  • Kultur-/ Kunstgenuss

1. perinatale Matrix gestörtDr. Sylvester Walch regt in „Dimension der menschlichen Seele“ die umfangreichere Implementierung der zahlreichen Reifungs- und Wachstumskrisen im vorgeburtlichen Bereich (der ersten perinatalen Matrix) an: „Allerdings muss man bei genauerem Hinsehen feststellen, dass Grof die pränatale Zeit, also vor dem Einsetzen des Geburtsvorganges, nur beiläufig, in der ersten perinatalen Matrix behandelt. Dies ist recht erstaunlich, weil wir wissen, dass die Entwicklung und Konzeption bis zum geburtsreifen Fötus unzählige Stadien und Wachstumskrisen durchlaufen hat.“

Kam es während der Zeit dieser intrauterinen Existenz zu Störungen im (seelischen) Leben der Mutter (wie bspw. ungewollte Empfängnis durch Vergewaltigung/ One-Night-Stand, Abtreibungsversuche, medizinische Eingriffe, Narkotika/ Medikamente/ Drogenmissbrauch, Gewalt/ Trauma/ Konflikte oder großem psychischem/ somatischem Stress oder auch ein Zwillingsverlust/ Vanishing Twin Syndrom) können in dieser Phase (und während deren Re-Erleben) auch destruktive und ängstigende Bilder auftreten, die bereits zum Thema Geburtstrauma gehören. Oftmals nehmen diese zum Ende der Schwangerschaft oder zum Ende des psychischen Prozesses zu. Dazu können bspw. folgende gehören:

  • William_Turner - Schneesturm perinatale ÜberflutungBedrohung durch Umweltverschmutzung
  • Schwimmen im vergifteten Fluss, See oder Ozean
  • Diffuse Selbst- & Fremdwahrnehmung
  • Verschwimmen von Grenzen allgemein
  • Erlebnisse von Überflutung
  • Ekel/ Gefühl vergiftet zu werden
  • Visionen von Dämonen/ metaphysischen, bösen Kräften (Vgl., perinatale Matrix 3)

Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der ersten perinatalen Matrix:

  • Hedonismus
  • (A)Soziale Hängematte
  • Drogenmissbrauch/ -abhängigkeit
  • Melancholie & Heile-Welt-Sehnsucht
  • Schizophrene Psychosen (paranoide Symptomatik)
  • Hypochondrie
  • Hysterische Halluzinose
  • Spasmen

Archetypische Bilder der ersten perinatalen Matrix können bspw. sein:Venus-Naturmystik-Schönheit

  • Archetyp: Jupiter-Neptun
  • Paradiesgartenmythen
  • Klassische Weltschöpfungsmythen/ Kosmische Mythen/ Gaia-Mythen
  • Venus-Aphrodite-Mythologie der „Schaumgeborenen“ Göttin der Liebe, Schönheit & Sinnlichkeit.
  • Ambivalente BPM-1-Archetyp: Saturn-Neptun
  • Damokles, der in seiner hochambivalenten Situation, nicht in der Lage ist, den königlichen Luxus zu genießen, da ihm das über seinem Haupte am Rosshaar baumelnde Schwert sein Leben bedroht.

Menschliche Charakteristiken der Matrix-I-Lebens-Fixierung

  • Phlegmatische Tendenzen (Humoralpathologie)
  • Easy-Living
  • Immer und überall beliebt & gern gesehen
  • Überstarke Mutterbindung & mangelhafte Abnabelung
  • Konfliktscheu & harmoniesüchtig
  • Rückzug statt Angriff
  • Verschleierung

Grofs Zweite Perinatale Matrix – Mütterlicher Antagonismus/ Leben als Hölle/ Paradies-Vertreibung

Mit der zweiten perinatalen Matrix wird der Geburtsprozess eingeleitet, was auch für die zuvor gut Aufgehobenen potenzielle Geburtstrauma-Strukturen initiieren kann. Das Verbundensein mit der Mutter wird durch erste chemische Prozesse und bald darauf durch das Einsetzen der Wehen gestört, während der Gebärmutterhals („Cervix uteri“) noch geschlossen ist. Durch die entstehende Außenkompression und durch das Eingeschlossensein ohne Ausweg können beim Kind überwältigende Gefühle von Ausweglosigkeit, Lebensbedrohung und Todesfurcht entstehen. Dr. Peter A. Levine beschrieb 2015 bspw. einen Fall, in welchem sich während des Geburtsprozesses, durch das Fortwärtskämpfen des Säuglings, die Nabelschnur immer enger um dessen Hals zog. Levine bezeichnet die Situation als „auswegslose Tortur“, die entsetzliche Urängste vor dem Erstickungstod („Ur-Erstickungspanik“) auslöste (in „Trauma und Gedächtnis“). Da die Ursache nicht konkret/ kognitiv erfasst werden kann, sondern ein elementares Ausgeliefertsein die Situation prägt, können paranoide und klaustrophobische Zustände die Folge dessen sein. Im späteren Leben, in Albträumen und beim therapeutischen Durcharbeiten können belastende Geburtstrauma-Emotionen (mit allumfassendem und scheinbar ewiglichem Charakter der Fokussierung auf den „Aspekt des Todes“) auftauchen, die das spätere Leben entscheidend lenken und prägen. Dazu können bspw. gehören:

  • Venus-Naturmystik-SchönheitEinsamkeit/ Existentielle Krise/ Verzweiflung
  • Bedeutungslosigkeit/ Minderwertigkeit/ Demütigung
  • Hilflosigkeit/ Ausweglosigkeit/ Hoffnungslosigkeit
  • Bedrohung/ Verletzung/ Operation/ Erkrankung
  • Gehirnwäsche/ schweres psychisches Trauma
  • Verdammung/ Sünde/ Schuld/ Verspottung
  • Depression/ Todesangst/ Höllenqual
  • Ertrinken/ Atemnot/ Enge/ Herzrasen
  • Hitze/ Kälte/ Schwitzen/ Frieren

Häufig zum Geburtrauma der zweiten Matrix auftauchende Bildmotive können sein:

  • Verschlingender Sog/ Strudel
  • Monsterangriffe/ gebissen werden
  • Eingesponnen werden
  • Heftiges körperliches Leiden
  • Folter/ Gefangensein/ Lager/ Käfig/ Falle
  • Höllenphantasie/ Apokalypse/ Inquisition/ Krieg
  • Unterwelt/ Höhle
  • Spinnen/ Kraken/ Würgeschlangen
  • Orale/ Sexuelle Frustration

Archetypische Bilder zum Geburtstrauma der zweiten perinatalen Matrix können bspw. sein:

  • Saturn-ArchetypGustave_Doré - Dante & Vergil Hölle 2. Matrix
  • Sysiphos, der ewig einen großen Stein in der Unterwelt einen steilen Hang hinaufquälen muss, doch den Gipfel nie erreicht.
  • Tantalos, der von den Früchten & dem Wasser des Lebens nicht Essen/ Trinken kann, da sie sich in schattigen Staub verwandeln.
  • Persephone, die vom Hades in die Unterwelt geraubt & dort als seine Gemahlin festgehalten wird.
  • Adam und Evas biblische Vertreibung aus dem Garten Eden & die ewige Ausgrenzung durch den Cherub mit dem Flammenschwert.
  • Die „Dunkle Nacht der Seele“ des spanischen Mystikers Johannes vom Kreuz.
  • Dante Alighieris „Göttliche Kommödie“
  • Jona, der vom Wal verschluckt wird.

Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der zweiten persinatalen Matrix:

  • Schizophrene Psychose (Empfindung von Höllentorturen)
  • Schwere gehemmte endogene Depression
  • Irrationale Minderwertigkeit
  • Irrationale Schuldgefühle
  • Hypochondrie
  • Drogen-/ Alkoholsucht

Menschliche Charakteristiken der Matrix-II-Lebens-Fixierung

  • Melancholische Tendenzen (Humoralpathologie)
  • Eingekapselt/ abgespalten/ verpanzert (Vgl., Reich)
  • Automatenmenschen (Vgl., Fromm)
  • Beziehungslos/ lieblos & isoliert
  • Pflichterfüllung statt echtem Kontakt
  • Tiefes Schweigen & absurde Streitdynamiken
  • Verschmelzung als Kraft vergessen
  • Autoritär über Macht & antispirituell
  • Rationalistisch-aufgeklärt

Infos zum Holotropen Atmen

Zu konkreten Terminen ab 2017 kontaktieren Sie uns bitte einfach über unser Kontaktformular oder telefonisch: 0041+ (0)52/ 5335285

Zum Methoden-Lexikon

Grofs Dritte Perinatale Matrix – Mutter-Kind-Synergie/ Leben als (Geburts-)Kampf

dritte-perinatale-Matrix-KampfDie dritte perinatale Matrix steht im Geburtsverlauf für das zweite Stadium mit Geburtstrauma-Potenzial, in welchem die sowohl die Kooperation, als auch die gegenseitige Verletzung und Zufügung physischem Schmerzes, von Mutter und Kind für den Charakter eines möglichen Geburtstraumas gestaltgebend ist. Mit dem Öffnen des Gebärmutterhalses und des Muttermundes bekommt das Kind die Möglichkeit in den Geburtskanal einzutreten, was die Geburtstrauma-Phase des reinen, passiven Ausgeliefertseins beendet. Somit ist die mit Wehen einhergehende Kompression nicht mehr nur noch bedrohlich und schmerzhaft, sondern aktiviert auch das kämpferische Element im Kind. Letzteres scheint auch notwendig, da im Geburtskanal dann von allen Seiten enorme Kräfte und Druck von bis zu 50 Kilogramm auf den kleinen Menschen einwirken. Man könnte metaphorisch sagen, dass die sadomasochistische Situation, in welcher das Kind sich in einer hochambivalenten Opfer- und Täterrolle befindet, die einem Todeskampf und (Wieder-)Geburtskampf gleicht. Hier wird die psychische Parallele von Geburt/ Geburtstrauma und Tod, die Grof besonders herausgearbeitet hat, extrem deutlich. Er beschrieb im Ausbildungsmodul „Eros and Psyche“ außerdem ausführlich die psychologischen Zusammenhänge und Parallelen bspw. von Ersticken und Schmerz mit intensiver sexueller Erregung (Auszug s. Grof-Video oben). Vor allem wird bei Grofs Kartographie der Psyche verständlich, wie sich all diese Geburts-/ Geburtstrauma-Prozesse im gesamten weiteren Leben, in bestimmten Situationen, symbolisch oder real, psychisch sowie körperlich re-aktualisieren und re-inszenieren können.

Häufig dazu auftauchende Bildmotive und Geburtstrauma-Erlebnisqualitäten zur dritten perinatalen Matrix können sein:

  • Herakles-BabytraumaMuskelspannungen & zuckungsartige Entladungen
  • Gesunde Kraft/ Aggression & Selbstdurchsetzung
  • Sturm-Angriff/ Autoraserei/ mit Schiff im Meeresunwetter
  • Revolutionskampf/ Titanischer Kampf/ Überlebenskampf/ sportlicher Wettkampf
  • Eruption/ Vulkanausbruch/ Sturm/ Feuersbrunst/ Stromschlag
  • Gegensätze von Todesmartyrium & ekstatischem Erleben
  • Archetypische Dämonengestalten und Engelfiguren
  • Sadomasochistische & starke sexuelle Affekte/ Impulse
  • Katastrophenstimmung/ Zerstörung durch Wasser/ Feuer
  • Über-Leichen-Gehen/ Faschismus/ Krieg/ Mord/ Folter/ Blutopfer
  • Opferung/ Vergewaltigung/ Missbrauch/ Mobbing/ Stalking/ Psychoterror
  • Karneval/ Harem/ Rotlichtmilieu/ Orgien/ Voyeurismus/ Unterwelt/ Kriminalität/ Mafia
  • Ersticken/ Schlucken von Exkrementen
  • Blut/ Schleim/ Urin/ Kot
  • Entbindung

Archetypische Bilder zum Geburtstrauma der dritten perinatalen Matrix können bspw. sein:

  • Saturn-Pluto-Archetyp (aggressive Bilder/ Zwang/ Dunkelheit)
  • Jupiter-Pluto-Archetyp (Physischer Schmerz/ Sadomasochismus/ Titanenkampf/ Krise) Drachenkampf
  • Klassische Heldenreisen & Abenteuer
  • Auseinandersetzung von hellen & dunklen Mächten
  • Kampf mit Dämonen und Begleitung von Kraftwesen/ Engeln etc.
  • Die zwanzigjährige Irrfahrt des Odysseus heim zu seiner Gemahlin Penelope
  • Kampf und Sturz der zwölf Titanen in den Tartaros
  • Die „zwölf Arbeiten des Herakles“
  • Ilias, Eroberung & Zerstörung von Troja
  • Der Königs-/ Vatermord & Mutter-Inzest des Ödipus
  • Die Höhenflüge/ destruktiv-selbstverletzenden Abstürze von Ikarus & Phaeton
  • Prometheus, der eigenwillig den Menschen das Feuer brachte und dann ewiglich an den kaukasischen Felsen gekettet wird, an welchem ihm ein Adler täglich unter neuem Kampf und Pein die Leber herausfrisst.
  • Die Pfählung klassischer „Hängegötter“ wie bspw. Dionysus oder Wotan-Odin sowie das Kreuzigungsmartyrium des Jesus von Nazareth mitsamt der Selbstopferung & dem inneren Kampf.

Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der dritten perinatalen Matrix:

  • Prometheus-TraumaRisikofreudiges, autodestruktives oder gewaltsames Verhalten
  • Extreme (sado-masochistischen) sexuellen Praktiken (Schizophrene Psychose)
  • Fäkalien-Verzehr & Fäkal Sex (Urophilie/ Koprophilie/ Exkrementophilie)
  • Sexualtrieb in Verbindung mit Todesgefahr, Aggression & Opfersehnsüchten
  • Groteske spirituellen Ausrichtungen in missbräuchlichen Kontexten
  • Zwangsneurosen/ Organneurosen/ Traumatische Neurose
  • Konversions-/ Angsthysterie
  • Sexueller Fetischismus
  • Enuresis/ Enkompresis
  • Frigidität/ Impotenz
  • Agitierte Depression
  • Psychogenes Asthma
  • Schuppenflechte
  • Magengeschwüre
  • Tics/ Stottern
  • Neurasthenie
  • Migräne

Menschliche Charakteristiken der Matrix-III-Lebens-Fixierung

  • Cholerisch-Sanguinische Tendenzen (Humoralpathologie)
  • Hitziger Kampf gegen Macht/ Unterdrückung
  • Wahrheitssucher/ Konfliktexperten
  • Einstehen für das „Gute“ gegen das „Böse“
  • Sexuelle Ausschweifung bis hin zur Perversion/ Missbrauch
  • Herausforderung an „Gott“
  • Entlarvung anderer Scheinheiliger
  • Durchaus optimistisch veranlagt
  • die „große Bühne“/ Sensationslust
  • Wechselhaftigkeit

Grofs Vierte Perinatale Matrix – Kindliche Abnabelung/ Licht des Lebens/ „Tod & (Wieder-)Geburtstrauma“

Mutterkuchen-Plazentaatrennung-GeburtstraumaDie vierte Matrix ist mit dem klinischen Entbindungsvorgang gleichzusetzen, der sowohl das Austreten aus dem mütterlichen Körper, als auch das Geborenwerden in eine neue Seinsform markiert. Man könnte diesen Existenzwechsel, von einem verbundenen „Fischwesen“ zu einem frei existierenden, zweibeinigen Landbewohner und Lungenatmer als ein vergleichbares Wunder, wie die Transformation von der Raupe zum Schmetterling beschreiben. Oftmals geht sie mit einer plötzlichen und allumfassenden Entspannung für Mutter und Kind einher. Der Sozialwissenschaftler Lloyd deMause interpretiert die Geburt nicht als reines Trauma, sondern eher als eine Art Befreiungserleben aus den Sauertsoffmangelzuständen der Zeit davor (Lloyd deMause, 1989, Grundlagen der Psychohistorie, Suhrkamp). Da diese Transformationserfahrung jedoch durchaus abrupt und binnen relativ kurzer Zeit stattfinden kann, ist es möglich, dass sie ebenfalls als totale Vernichtung, bzw. dem „(Ego-)Tod“ der alten Existenz“, erlebt wird (was ebenfalls den Charakter eines Geburtstraumas besitzen kann). Denn fortan wird das Kind nicht mehr automatisch in der Dunkelheit (des Bewusstseins) versorgt, sondern muss (im Licht des Lebens) selber atmen, essen, kauen, verdauen und defäkieren. Als überaus problematisches Nach-Geburtstrauma kann sich die verfrühte Durchtrennung der Nabelschnur erweisen. Denn schließlich befindet sich das Neugeborene im Moment der Geburt in einem Zustand der Doppelatmung. Dabei ist die wichtigste Nähr- und Sauerstoffquelle nach wie vor die Nabelschnur. Die Lunge ist nicht sofort vollständig funktionsfähig und fängt erst langsam an sich zu aktivieren. Wird die Nabelschnur schneller als eine Stunde nach der Geburt abgetrennt, wird also die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr, zumindest teilweise, unterbrochen und der Säugling erlebt mitunter eine Erstickung, wobei er reflexartig heftigere Atemzüge vollzieht um die Lungen zu aktivieren, was abermals mit Schmerz, Todesangst und weiterer Traumatisierung verbunden ist. Ferner benötigt das Baby das in der Plazenta enthaltene Blut, da es das natürliche Immunitätsspektrum für das Kind enthält und ihm diese immunologische Kompetenz ansonsten vorenthalten wird. Außerdem können das klinische Setting an sich, medizinische Interventionen, die Wegnahme von der Mutter oder bestimmte negative Aussagen bzgl. Merkmale/ Geschlecht des Kindes traumatischen Charakter besitzen.

Häufig dazu auftauchende Bildmotive und Erlebnisqualitäten der vierten perinatalen Matrix können sein:

  • Aeneas-Troja-Flucht-4. MatrixZufälliges Entkommen/ Überleben
  • Strapazen führen zum krönenden Erfolg
  • Spirituelle Errettung/ Spirituelle Öffnung/ Erleuchtende Ekstase
  • Ehernes Licht überirdischem Glanzes/ Sonnenaufgang/ goldener Regenbogen
  • Naturerblühen nach dem Sturme/ Winter
  • Weltuntergangs- & Widerauferstehungsvisionen
  • Positive Sinnesempfindungen mit sich & dem Sein an sich
  • Leben und Welt werden als schön, gut & sicher bejaht
  • Marien- & Christus-Visionen
  • Gefühl der Brüderlichkeit

Archetypische Bilder der vierten perinatalen Matrix können bspw. sein:

  • Saturn-Uranus-Archetyp (Feuer/ Auslöschung/ Ego-Tod/ Extase)
  • Jupiter-Uranus-Archetyp (Wiedergeburt/ Freude/ Gnade/ Erleuchtung)Geburtrauma
  • Auferstehung des Phoenixvogels aus der Asche
  • Wiederzusammensetzung des zerstückelten Schamanen
  • Entmannung des Uranus, Befruchtung der Gaia & Geburt der Giganten
  • Rückkehr aus der Unterwelt mit dem Schatz
  • Alchemistische Transformation in Edelmetall
  • Tantrische Vereinigung („Yab-Yum“) & Kundalini-Erweckung
  • Verlassen der Höhle in Platons Höhlengleichnis
  • Erleuchtung Buddhas
  • Himmelfahrt Christi

Mögliche psychopathologische Auswirkungen durch mangelhafte Integration & postnatale Lebenserfahrung der vierten perinatalen Matrix:

  • Schizophrene Psychosen
  • Tod- und Wiedergeburtserlebnisse
  • Wahnhaftes Sendungsbewusstsein
  • Spiritueller Narzissmus/ mangelhafte Erdung
  • Extreme innerer, psychischer & physischer Druck (manisch-depressiv/ Bipolare Störung)
  • Exhibitionismus

Menschliche Charakteristiken der Matrix-IV-Lebens-Fixierung

  • Integrierte/ selbstverwirklichte Persönlichkeit
  • Befreiter Mensch
  • Ekstatische Freude
  • Lebenskraft-Bewusstsein
  • Weisheit
  • Innen-Perspektive
  • Kreative Offenheit
  • Allseitige Verbundenheit
  • Solidarität

Kritische Reflexion, Alltags-Transfer & -Integration

Holotropic MandalaIn der Arbeit mit veränderten Bewusstseinszuständen, respektive dem Holotropen Atmen, gilt es auftauchende, perinatale Phänomene – aus dem Formenkreis des Geburtstaumas – schutzbietend, körperorientiert und wertfrei-annehmend, mit einem sokratischen Hebammengeiste, durchzuarbeiten und anschließend (inner-)systemisch zu integrieren. Denn oftmals wird in spirituellen Krisen und auch bei transpersonalen Methoden der Fehler gemacht, dass gewisse Techniken und Konzepte, die in veränderte Bewusstseinszustände führen absolut gestellt und mitunter zusätzlich mit Dogmen der spirituellen Idealisierung – im Geiste des „New Age“ – behaftet werden. Dr. Sylvester Walch weist in seinem Buch „Dimension der menschlichen Seele – Transpersonale Psychologie und holotropes Atmen“ (2002) daher explizit darauf hin, dass all jene Konzeptionen nicht kausal zu verstehen sind und dass einer Gefahr der Überbetonung des Geburtsvorganges entgegen gewirkt werden sollte: „Nicht weil die Geburt so verlaufen ist, wie sie ist, sind wir wie wir sind, sondern die Geburtserfahrung vermittelt uns in komprimierter Form Einsichten in unser Dasein.“ Letzteres ist eben ganz deutlich von biographischen Lebenserfahrungen geprägt und entwickelt worden. Deren Betrachtung ist mindestens genauso wichtig. Auch Dr. Ingo Benjamin Jahrsetz betont demgemäß in „Holotropes Atmen – Psychotherapie und Spiritualität (1999)“ – in Anlehnung an Prof. Charles Tart -, dass kurzfristige Erkenntnisse im veränderten Bewusstsein nicht ad hoc auf den Alltag übertragbar seien, sondern einer langfristigen Lebensplattform bedürfen, um individuell und für das menschliche Bewusstsein insgesamt wirksam werden zu können. Dabei können anschließend, bspw. an das Holotrope Atmen im Gruppensetting, v.a. sozial griffige, therapeutische Methoden in der therapeutischen Einzelarbeit, wie Achtsamkeit, Gestalttherapie, systemische Therapie, Psychodrama oder Maskentheater wertvolle Hilfe leisten. Diese Erfahrung, die letztlich auch Ken Wilbers Idee der „Ordnungshierarchie therapeutischer Verfahren“ gleichkommt, können wir am freiraum-Institut so, absolut bestätigen. Dabei ist es jedoch elementar Bedeutsam, dass der Therapeut, welcher die „Nach-/ Integrationsarbeit“ vornimmt, idealerweise umfassend transpersonal geschult ist oder zumindest eine generelle, nicht-wertende Offenheit und Achtsamkeit gegenüber transpersonalen Phänomenen und Themen besitzt.

Zur Methode des Holotropen Atmens >>

© freiraum-Institut (FRI) (Artikel von Jörg Fuhrmann)

– Teilen ausdrücklich erwünscht

Jörg Fuhrmann

Jörg Fuhrmann

Leiter freiraum-Institut/ Supervisor (ESTP)/ Transpersonaler Therapeut (EUROTAS)

Experte für Krisen, DeHypnose & veränderte Bewusstseinszustände

“freiraum-Institut – Hypnose & Coaching®”, “Inner-Team-Focusing® (ITF)” & “Hypnofree-Cellenergy®” sind im Handelsregister eingetragene Marken.

Bleibe in Kontakt, folge uns und teile:

Hat Ihnen die Seite gefallen? Wir freuen uns über´s Teilen!

Alle Neuigkeiten mitbekommen!

Mit dem freiraum-Newsletter erhalten Sie alles Spannende rund um Hypnosetherapie, DeHypnose, TraumaStress-Befreiung, Trancetherapie, Krisen-Navigation, Forschungsreisen, Studien, Kongresse, Spezialtrainings, Holotropes Atmen, Transpersonale Psychologie & den EUROTAS-Verband.

Herzlichen Glückwunsch!